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On my way to school the DalaDala is driving next to another one so that the drivers can talk to each other through the steadily open windows.
In our staff room I see a sculpture used for science lessons. It is the upper part of the body and I'm confused since it’s missing a lung. I also recognize that it’s color is black instead of red. I thought it would be red as well since the muscles are blood red in every body.
When I want to leave the school JM wants me to come with him so that he can give me some text books. Luckily, his home is on the way to the bus stop. When we are turning around a corner I see eight guys hitting one guy with their hands and belts. A DalaDala which is paid from our school comes by and stops and a teacher jumps out. He and JM are intervening the scene now and protect me as the boys are coming towards us. Also the bus driver gets out and starts filming the whole scene. They have a loud argument in Swahili and start laughing after a few minutes. The boys leave and the bus driver together with the teacher are getting back into the bus and take off. JM is still laughing and I ask why. He tells me that it was so childish and continues laughing. I certainly do not think so! When there are eight boys with belts hitting the ninth it's anything but funny. JM explains to me that the boys thought their victim had stolen their books. When I arrive at home and tell J about my experience he tells me that the people deal with thieves themselves before calling the police.
The day of the graduation has arrived. I got told it’s supposed to start at 8am. But nothing happens instead I walk around the school grounds with a few students and let them use the swing set and play with my hair.
At 10am the final practice starts and the children have to stay in line and sing the national anthem and the schools song. After the practice the children come back to me and start again striking my hair and not getting off me. One student actually kisses me on the cheek. At 12 o’clock the head of school arrive and watch the children sing. A few parents arrived by now and it looks like an Tanzanian style to come even late to such a ceremony. Our head teacher welcomes us all and introduces the staff. When he comes to me he introduces me in Swahili and I understand “volunteer” and “Germany” now I expect to hear my name just like he introduces the other staff members. But I don't hear my name and he puts the microphone away from his lips and says, “Just wave at them and say hello.” I do as I was told… This feels awkward. I sit down again and a student on my lap because we don't have enough chairs. The ceremony is now officially open and the pre-school children start performing, the classes 1,2,3 follow. They are singing with high pitched voices and the microphone doesn’t make it better. The 4,5 and 6 grade are acting… in Swahili. Luckily, BM sits next to me. He is also a new teacher and started at the same day, just like me. He was also the one teaching those children how to act and is now translating everything to me. He seems nice but he is determined not to play with the students because “[t]he respect will be low.” Then the head of the school have their speeches… in Swahili. I don't understand a word and since we are sitting in our seats now for two and a half hours I can’t blame the preschool-students who started to fall asleep. After their exhausting speeches from which I only understood a few parts that were either translated by BM or in English the 6th grade starts dancing. I love this part. But I start wondering why the head of school did not speak English. I mean this is supposed to be an English Medium School!? After the dancing performances the head of school gives out the graduation certificates to the graduates. OMG their getting many things. Every single family seems to own their own flower shop. The graduates are receiving not only the certificate but also their final school reports, a bunch of flowers, a card saying congratulations that you have to wear around your neck and so on. Then they have to stay still so that every family member can take a picture of this moment. I would have understood if one would have cried “Leave me alone.” But no one does. Afterwards our head teacher opens the buffet.
Auf dem Weg zur Schule fahren zwei DalaDalas so nebeneinander, dass die Fahrer durch die geöffneten Fenster reden können.
Im Lehrerzimmer sehe ich eine Skulptur, die man für Biologie Stunden benutzt. Es ist der menschliche Oberkörper und er verwirrt mich, da die Lunge (ein ziemlich wichtiges Organ) fehlt. Auch stelle ich fest, dass der Körper schwarz ist anstelle von rot. Ich dachte, er müsste auch rot sein, da die Muskeln von jedem Menschen blutrot sind.
Als ich nach Hause gehen will, bittet JM mich, ihn zu sich zu begleiten, damit er mir Schulbücher geben kann. Sein zu Hause liegt auf dem Weg zur Bushaltestelle. Wenn wir um eine Ecke biegen, sehe ich acht Jungs, die einen Jungen mit Händen und Gürteln schlagen. Ein DalaDala von der Schule kommt ebenfalls um die Ecke und hält an. Ein Lehrer kommt heraus und er und JM schreiten ein. Als die Jungs aggressiv in unsere Richtung kommen, stellen sie sich vor mich, um mich zu beschützen. Sogar der Busfahrer kommt aus dem Bus und beginnt alles zu filmen. Die Männer haben eine laute Diskussion in Swahili und nach ein paar Minuten fangen sie an zu lachen. Die Jungs gehen und der Busfahrer und der Lehrer verschwinden wieder im Bus, der kurz danach losfährt. JM lacht immer noch und ich frage wieso. Er erzählt mir, dass es nur ein sehr kindlicher Grund war und lacht fröhlich weiter. Ich denke nicht, dass das witzig ist! Wenn da acht Jungs mit Gürteln sind und einen neunten Jungen zusammenschlagen, ist das alles andere als witzig. JM erklärt mir, dass die Jungs dachten, dass ihr Opfer ihre Schulbücher gestohlen hatte. Wenn ich zu Hause ankomme und J davon berichte, erzählt er mir, dass die Leute hier mit Dieben zuerst selber ein Hühnchen rupfen, bevor die Polizei alarmiert wird.
Der Tag der Entlassung der 7. Klässler ist da. Mir wurde gesagt die Zeremonie fängt um 08:00 Uhr an. Aber nichts passiert, stattdessen gehe ich über das Schulgelände mit ein paar Schülern. An den Schaukeln lasse ich sie schaukeln und mit meinen Haaren spielen. Um 10:00 Uhr fängt die Generalprobe an und die Kinder müssen in Reih und Glied stehen und ihre Nationalhymne und das Lied der Schule singen. Nach der Probe kommen die Kinder wieder zu mir und fangen wieder an, meine Haare zu streicheln und wollen gar nicht loslassen. Eine Schülerin gibt mir sogar ein Küsschen auf meine Wange. Um 12:00 kommen die Oberhäupter der Schule an und betrachten die Schüler, als diese singen. Ein paar Eltern sind nun angekommen und sieht aus, als ob es zum tansanischen Stil gehört, sogar zu so einem Ereignis zu spät zu kommen. Der Schuldirektor heißt uns willkommen und stellt die Lehrer nacheinander vor. Wenn er zu mir kommt, stellt er mich ebenfalls in Swahili vor und ich verstehe „Freiwillige“ und „Deutschland“. Jetzt erwarte ich meinen Namen zu hören, genau wie bei allen anderen Lehrern auch. Aber ich höre meinen Namen nicht, stattdessen nimmt er das Mikrophon vom Mund und sagt zu mir: „Wink einfach, und sag Hallo.“ Gesagt getan... Das fühlt sich so merkwürdig an. Ich setze mich wieder hin und eine Schülerin nehme ich auf meinen Schoß, da wir nicht genügend Stühle haben. Die Zeremonie ist nun offiziell eröffnet und die Vorschul-Schüler fangen an vorzuführen, was sie einstudiert haben. Die Klassen 1,2 und 3 folgen. Sie singen mit extrem hohen Stimmen und die Mikrophone machen das ganze noch schlimmer. Die 4, 5 und 6 Klassen haben ein Theaterstück einstudiert... in Swahili. Glücklicherweise sitzt BM neben mir. Er ist ebenfalls ein neuer Lehrer und hat mit mir am selben Tag angefangen. Er hat mit den Kindern das Theaterstück einstudiert und übersetzt nun für mich. Er wirkt nett, aber er ist sehr entschlossen nicht mit den Schülern zu spielen, da der Respekt dann sinken würde. Dann halten die Vorsitzenden der Schule ihre Reden... in Swahili. Ich verstehe kein Wort und da wir nun bereits seit zweieinhalb Stunden hier sitzen, kann ich keinem Schüler vorwerfen einzuschlafen. Die Vorschulschüler sind mittlerweile alle etwas in ihren Stuhl gesunken. Nach den anstrengenden Reden, von denen ich nur ein paar Teile verstanden habe, weil sie entweder von BM übersetzt wurden oder in Englisch waren, fangen die Schüler der 6. Klasse an zu tanzen. Ich liebe diesen Teil. Aber ich wundere mich warum die Oberhäupter der Schule nicht Englisch gesprochen haben. Immerhin ist dies eine Englisch Schule!? Nach der Tanzvorstellung, werden die Zertifikate ausgehändigt. OMG die Schüler bekommen echt sehr sehr viel Zeugs. Jede Familie hat anscheinend einen ganzen Blumenladen leer gekauft. Die Schüler der 7. Klasse erhalten nicht nur die Zertifikate, sondern auch ihr Abschlusszeugnis, Blumen ohne Ende, eine riesige Gratulations-Karte, die man um den Hals trägt und viel mehr. Nach jedem Stück, das sie erhalten, müssen sie stillhalten, damit die Familienmitglieder Bilder machen können. Ich hätte verstanden, wenn einer geschrien hätte „Lasst mich in Ruhe.“ Aber keiner macht das. Danach eröffnet der Schuldirektor das Buffet.
Sep 11, 2016
Sep 7, 2016
Day 11: Transmitting money is difficult...
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Hello English community, my name is Loreen. This a kind of public diary where I want to tell you what I am experiencing through my year in Tanzania. I finished my A-levels in Germany this year and I am now a volunteer in St. Anne English Medium School in Moshi, Kilimanjaro. I am teaching English in P5 and P6. I am also an assistant teacher for subjects as civics, vocational skills, history, PDS (personal development and sports) and ICT which take place not only in P5 and P6 but also in P4.
The organization that brought me here is called “Internationaler Bund Volunteers’ Abroad Programs” (IB VAP).
To give you a short summary: I arrived 11 days ago and I had 5 days in Dar es Salaam as a seminar and learned a bit of the national language, Swahili. I am living in a house for students, White House, and my neighbor is called J. He is a medicine student and he helps me to settle down. The public transports are called: DalaDala, a pretty small bus with seats for 18 people and they only take off when it's full (full is defined as 21 people (only adults count, no children) as a minimum); Bajaji, a mixture of motorcycle and a small car; Boda Boda, a motorcycle. Until now I tried DalaDala and Bajaji both are very funny in my opinion. However, I think I will wait a very long time until I would try a Boda Boda.
I hope you have a basic overview now. I heartily welcome you to follow this blog and share it with your friends!
For the first day now, I find some time to write two of my entries. It makes me smile while I am writing. I’ve already experienced so much that I did not take a second to look back. But now I take some time to carefully review every single moment of my first day and my first day in school. After four hours I am finished and very satisfied with my work.
I have to transmit my money for my visa and my permits. J is going to help me, since I don’t have a clue how to do this. We're going into the bank and have to look for a form. It's quite different to Germany. In Germany every letter is supposed to have its own box but here it seems like no one cares. J translates to me what I have to write where. We reach a point where I have to answer by choosing one of the options. As I draw a cross in the box provided J starts laughing. I ask why and he asks me back why I used a cross instead of a tick. I say that this is what I'm used to. He explains to me that a cross means “not” and so I will confuse the staff. So we’re going for another form. But a few minutes later we face another obstacle. I’m supposed to say how much money I want to transfer and therefore, write the number of the notes I'm going to transfer into a chart. But the form is only prepared for the usage of TSH (Tanzanian Shiling) but not for my US-Dollar. I am getting desperate. Why does this have to be so complicated? In Germany I can ask someone from the staff and he/she is going to fill my form for me and explaining so that I know how to do it in the future. We go and ask at the Customer-Service-Counter and a woman tells us that we can just cross TSH out and write the US-Dollar notes instead. Alright, finally I’m done. I apologize to J for wasting his time but he just laughs and says he really enjoys it. We are laughing and observing the customers around us while we wait for a free counter. I see a woman with a very interesting hair style. Her hair looks like she exchanged it with strings for drapes. Then a counter gets free. I put my form and the money into the drawer between me and the employee and I get a receipt back. That was everything. A bit too little in comparison to the difficulties we had while filling that form.
We go to a book shop and buy two books which I need for school according to JM. We take a DalaDala back to the White House, I rest a bit and put my books down.
Then J and me walk to the International School of Moshi (ISM) and try to get a dancing lesson for me. But when we get in they tell us they will only accept students from KCMC and not me as a complete foreigner. Disappointed we leave but at the gate the watchmen ask us why we come back so quickly. J talks to them and tells them about my wish to dance and the school not accepting me. They advice us to go to the Moshi Club. We start walking and J asks me wether I wouldn’t want to take a DalaDala because the club is pretty far away. But I say I don’t mind. When we arrive we have to ask where the dancing lessons take place. We walk around the clubs grounds and find a small house which looks very nice and is covered with ivy. Unfortunately the teacher is not around, and we have to wait two weeks until he comes back. We ask for a number and then leave again. When we arrive at the White House we realize how far we’ve walked. The school is 1.5km away from our home, from ISM to Moshi Club its 3.5km and then we walked the whole way back again. We also have to recognize that we don’t have power. After my nap I come to knock at Js door. When I knock and he opens the door he starts complaining about the missing power. Then he looks annoyed up to the switchgear and I say: “But there is power!” I point at three red lights. He tries his light but it doesn't work. We open the switchgear and see that a few switches aren’t on. We switch them on again and try the light. It finally works again. I take my new books and start to prepare my next lesson on Js table. (I don’t have a table in my room and so I use his since he saw me trying to do that on the floor in my room and went furious about the position I’m forcing my back in.)
We go to town and eat burgers. Unfortunately the place we try is not as good as we hoped. When we’re finished we walk to the central bus station and look for a disco DalaDala.
We watch the conductors having their usual competition about passengers and listen to their loud discussions. The DalaDala we’re sitting in has a display and shows a comedian who dresses up as a woman and a few people behind me laugh. I am watching the display for a few minutes trying to figure out what the jokes are about. I come to the conclusion that I don’t understand anything and so I return to watching the conductors again. A few minutes later people drop off again because it takes the bus too long to get full and take off. J says, “Enjoy the show! It's just a big show and there is the first guy dancing.” He points through the open door and we watch a guy doing his drunk dance. J tells me that those arguing men are not only conductors but also advertiser who are getting their payment according to the amount of people they lure into the busses. One pedestrian doesn't want to get touched by the men and gets a vulgar response. An old woman in the bus tells the guy off for using such a language and defends the pedestrian. Then she says she doesn't want to hear that kind of language again. Elder empowerment! (J translated that conversation to me because it was loud and I did not know what was going on.) Another woman asks the driver wether he could play the song “Mariaroza”. We’re not so sure the driver is going to play that. But after a minute “Mariaroza” is played and the woman starts to sing along.
Zum ersten Mal seit meiner Ankunft in Tansania finde ich Zeit, meine Blogeinträge zu schreiben. Während ich schreibe breitet sich ein Grinsen in meinem Gesicht aus. Ich habe bereits so viel erlebt, dass ich nicht einmal eine Sekunde für mich genommen habe, um zurück zu blicken. Aber jetzt habe ich Zeit, um ganz genau jeden Moment meines ersten Tages in Tansania und meines ersten Schultages Revue passieren zu lassen. Vier Stunden später habe ich meine ersten zwei Berichte beendet und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Ich muss das Geld für mein Visum und meine Arbeitserlaubnis überweisen. J muss mir helfen, da ich überhaupt keine Ahnung habe wie das geht. Wir gehen in die Bank und müssen ein Formular organisieren. Es ist absolut anders, als ich es aus Deutschland gewöhnt bin. In Deutschland hat jeder Buchstabe seine eigene kleine Box auf dem Formular, aber hier schert sich anscheinend keiner darum. J übersetzt für mich was ich wo hin schreiben muss. Wir kommen zu einem Punkt, wo ich antworte indem ich eine der Optionen ankreuze. Als ich ein Kreuz in die Box zeichne, fängt J an zu lachen. Ich frage wieso und er fragt mich zurück warum ich ein Kreuz anstelle eines Häkchens benutzt habe. Ich antworte, dass ich es einfach so gewohnt bin. J erklärt mir, dass ein Kreuz „nein“ bedeutet und ich so die Mitarbeiter der Bank verwirren werde. Wir besorgen ein neues Formular und ich achte peinlich genau darauf, dass ich dieses Mal ein Haken in die Box setze. J bereitet sich darauf vor, dass ich erneut ein Kreuz zeichnen werde und kneift seine Lippen zusammen, um nicht lauthals loszulachen. Er hat Pech und ich zeichne ein Häkchen. Wenige Minuten später haben wir bereits ein weiteres Hindernis. Ich soll angeben wie viel Geld ich überweisen möchte und daher soll ich sagen, welche Scheine und wie viele von diesen ich überweisen möchte. Das Problem ist nur, dass das Formular nur für Tansanische Schillinge vorbereitet ist, nicht jedoch für meine US-Dollar. Ich verzweifle langsam. Warum muss das so kompliziert sein? In Deutschland kann ich einfach einen Mitarbeiter der Bank fragen und er/sie füllt mein Formular für mich aus und erklärt es mir, damit ich es für die Zukunft weiß. Wir gehen und fragen am Kundendienst-Schalter, wie ich das jetzt ausfüllen muss. Die Frau hinter dem Tresen sagt, dass ich einfach TSH wegstreichen kann und stattdessen US-Dollar hinschreibe. Gesagt, getan und endlich bin ich fertig. Ich entschuldige mich bei J fürs Verschwenden seiner Zeit, aber er lacht bloß und sagt, dass er es wirklich genießt. Wir lachen und beobachten die anderen Kunden um uns herum, während wir auf einen freien Schalter warten. Ich sehe eine Frau mit einer sehr interessanten Frisur. Ihre Haare sehen aus wie Vorhang-Kordeln. Ein Schalter wird frei. Ich lege mein Formular und das Geld in die Schublade zwischen mir und dem Mitarbeiter und bekomme einen Beleg zurück. Das wars. Ein bisschen wenig im Vergleich zum Aufwand des Ausfüllens.
Wir gehen zu einem Buchladen und kaufen zwei Hefte, die ich laut JM für die Schule brauche. Wir nehmen ein DalaDala zum White House, ich ruhe mich aus und lege meine neuen Hefte ab. Danach gehen J und ich zur Internationalen Schule von Moshi (ISM) und versuchen Tanzstunden für mich zu organisieren. Aber als wir in der Schule ankommen, sagen sie uns, dass sie nur Studenten vom Krankenhaus (KCMC) annehmen, nicht aber mich als komplette Fremde. Enttäuscht gehen wir wieder, am Tor allerdings fragen uns die Wachmänner warum wir so schnell wieder herauskommen. J spricht mit ihnen und berichtet Ihnen von meinem Wunsch zu tanzen, und dass die Schule mich nicht annimmt. Sie raten uns zum Moshi Club zu gehen. Wir brechen auf in Richtung Moshi Club und J fragt mich, ob ich nicht doch lieber ein DalaDala nehmen möchte, da der Weg doch ganz schön weit entfernt ist. Aber ich antworte, dass ich kein Problem damit habe. Als wir am Moshi Club ankommen, müssen wir fragen, wo die Tanzstunden stattfinden. Wir gehen über das Grundstück und finden ein kleines süßes Häuschen, das mit Efeu überwuchert ist. Unglücklicherweise ist der Lehrer nicht da, und wir müssen zwei Wochen warten bis er wiederkommt. Wir fragen nach der Telefonnummer und gehen dann wieder. Als wir im White House ankommen, realisieren wir wie weit wir gegangen sind. Die Schule ist ca. 1,5km entfernt von unseren Zimmern, von der Schule zum Moshi Club sind es ca. 3,5km und wir sind den ganzen Weg auch noch zurück gegangen. Auch stellen wir fest, dass wir keinen Strom haben. Nach meinem Nickerchen gehe ich zu Js Tür und klopfe. Er öffnet die Tür und fängt an sich über den Stromausfall zu beschweren. Sein Blick wandert genervt zum Stromkasten und ich sage: „Aber da ist doch Strom!“ Ich deute auf drei rote Lichter. Er versucht sein Licht im Zimmer anzuschalten, aber es bleibt dunkel. Wir öffnen den Stromkasten und sehen, dass einiger Schalter umgelegt sind. Wir schalten sie wieder ein und versuchen erneut das Licht einzuschalten. Es funktioniert wieder. Ich nehme meine neuen Hefte und fange an meinen Unterricht auf Js Tisch zu planen. (Ich habe keinen Tisch in meinem Zimmer, daher benutze ich Js seit dem er mich einmal erwischt hat wie ich versucht habe, meine Stunden auf dem Boden zu planen. Er hat sich tierisch über die Position meines Rückens aufgeregt.)
Wir gehen ins Stadtzentrum und essen Burger. Unglücklicherweise ist das Restaurant nicht so gut wie wir erhofft hatten. Als wir fertig sind, gehen wir zum zentralen Busbahnhof und suchen ein Disko-DalaDala. (Ein Disko-DalaDala hat unzählige Neon-Lichter im und am Bus. Einige DalaDalas haben sie sogar auf den Radkappen.) Wir beobachten die Schaffner wie sie ihren gewöhnlichen Wettkampf um Passagiere haben und lauschen ihren lauten Diskussionen. Der DalaDala in dem wir sitzen, hat einen Fernsehbildschirm an der Decke angebracht, auf dem ein Comedian gezeigt wird, der sich als Frau verkleidet. Ein paar Leute hinter mir lachen. Ich betrachte den Bildschirm für eine Weile und versuche herauszufinden, worüber er die Witze macht. Ich muss mir eingestehen, dass ich nichts verstehe und so wende ich mich wieder den Schaffnern zu. Ein paar Minuten später steigen Leute wieder aus, da es Ihnen zu lange dauert bis der Bus voll ist und wir endlich losfahren. J sagt, „Genieß die Show! Es ist bloß eine große Show und da ist der erste Typ, der tanzt.“ Er zeigt auf das Stück Gehweg, das durch die offene Tür sichtbar ist und wir betrachten einen Kerl wie er seinen betrunkenen Tanz macht. J erzählt mir, dass die diskutierenden Männer nicht nur Schaffner sind, sondern Werbung machen und mehr Geld bekommen, je mehr Leute sie in den DalaDala lotsen. Ein Fußgänger will nicht von den ganzen Leuten berührt werden und bekommt eine vulgäre Antwort. Eine ältere Dame, die im Bus sitzt, streckt ihren Kopf aus der Tür und verbietet dem Kerl solche Worte in den Mund zu nehmen. Sie verteidigt den Fußgänger und sagt, dass sie solche Wörter nicht noch einmal hören will. Ältere an die Macht! (J hat die Konversation für mich übersetzt, weil sie relativ laut war und ich wissen wollte was los war.) Eine Frau hinter uns fragt den Busfahrer, ob er nicht das Lied „Mariaroza“ spielen könnte. Wir sind uns nicht so sicher, ob er das wirklich spielen wird. Aber nach einer Minute wird „Mariaroza“ gespielt und sie singt mit.
Hello English community, my name is Loreen. This a kind of public diary where I want to tell you what I am experiencing through my year in Tanzania. I finished my A-levels in Germany this year and I am now a volunteer in St. Anne English Medium School in Moshi, Kilimanjaro. I am teaching English in P5 and P6. I am also an assistant teacher for subjects as civics, vocational skills, history, PDS (personal development and sports) and ICT which take place not only in P5 and P6 but also in P4.
The organization that brought me here is called “Internationaler Bund Volunteers’ Abroad Programs” (IB VAP).
To give you a short summary: I arrived 11 days ago and I had 5 days in Dar es Salaam as a seminar and learned a bit of the national language, Swahili. I am living in a house for students, White House, and my neighbor is called J. He is a medicine student and he helps me to settle down. The public transports are called: DalaDala, a pretty small bus with seats for 18 people and they only take off when it's full (full is defined as 21 people (only adults count, no children) as a minimum); Bajaji, a mixture of motorcycle and a small car; Boda Boda, a motorcycle. Until now I tried DalaDala and Bajaji both are very funny in my opinion. However, I think I will wait a very long time until I would try a Boda Boda.
I hope you have a basic overview now. I heartily welcome you to follow this blog and share it with your friends!
For the first day now, I find some time to write two of my entries. It makes me smile while I am writing. I’ve already experienced so much that I did not take a second to look back. But now I take some time to carefully review every single moment of my first day and my first day in school. After four hours I am finished and very satisfied with my work.
I have to transmit my money for my visa and my permits. J is going to help me, since I don’t have a clue how to do this. We're going into the bank and have to look for a form. It's quite different to Germany. In Germany every letter is supposed to have its own box but here it seems like no one cares. J translates to me what I have to write where. We reach a point where I have to answer by choosing one of the options. As I draw a cross in the box provided J starts laughing. I ask why and he asks me back why I used a cross instead of a tick. I say that this is what I'm used to. He explains to me that a cross means “not” and so I will confuse the staff. So we’re going for another form. But a few minutes later we face another obstacle. I’m supposed to say how much money I want to transfer and therefore, write the number of the notes I'm going to transfer into a chart. But the form is only prepared for the usage of TSH (Tanzanian Shiling) but not for my US-Dollar. I am getting desperate. Why does this have to be so complicated? In Germany I can ask someone from the staff and he/she is going to fill my form for me and explaining so that I know how to do it in the future. We go and ask at the Customer-Service-Counter and a woman tells us that we can just cross TSH out and write the US-Dollar notes instead. Alright, finally I’m done. I apologize to J for wasting his time but he just laughs and says he really enjoys it. We are laughing and observing the customers around us while we wait for a free counter. I see a woman with a very interesting hair style. Her hair looks like she exchanged it with strings for drapes. Then a counter gets free. I put my form and the money into the drawer between me and the employee and I get a receipt back. That was everything. A bit too little in comparison to the difficulties we had while filling that form.
We go to a book shop and buy two books which I need for school according to JM. We take a DalaDala back to the White House, I rest a bit and put my books down.
Then J and me walk to the International School of Moshi (ISM) and try to get a dancing lesson for me. But when we get in they tell us they will only accept students from KCMC and not me as a complete foreigner. Disappointed we leave but at the gate the watchmen ask us why we come back so quickly. J talks to them and tells them about my wish to dance and the school not accepting me. They advice us to go to the Moshi Club. We start walking and J asks me wether I wouldn’t want to take a DalaDala because the club is pretty far away. But I say I don’t mind. When we arrive we have to ask where the dancing lessons take place. We walk around the clubs grounds and find a small house which looks very nice and is covered with ivy. Unfortunately the teacher is not around, and we have to wait two weeks until he comes back. We ask for a number and then leave again. When we arrive at the White House we realize how far we’ve walked. The school is 1.5km away from our home, from ISM to Moshi Club its 3.5km and then we walked the whole way back again. We also have to recognize that we don’t have power. After my nap I come to knock at Js door. When I knock and he opens the door he starts complaining about the missing power. Then he looks annoyed up to the switchgear and I say: “But there is power!” I point at three red lights. He tries his light but it doesn't work. We open the switchgear and see that a few switches aren’t on. We switch them on again and try the light. It finally works again. I take my new books and start to prepare my next lesson on Js table. (I don’t have a table in my room and so I use his since he saw me trying to do that on the floor in my room and went furious about the position I’m forcing my back in.)
We go to town and eat burgers. Unfortunately the place we try is not as good as we hoped. When we’re finished we walk to the central bus station and look for a disco DalaDala.
We watch the conductors having their usual competition about passengers and listen to their loud discussions. The DalaDala we’re sitting in has a display and shows a comedian who dresses up as a woman and a few people behind me laugh. I am watching the display for a few minutes trying to figure out what the jokes are about. I come to the conclusion that I don’t understand anything and so I return to watching the conductors again. A few minutes later people drop off again because it takes the bus too long to get full and take off. J says, “Enjoy the show! It's just a big show and there is the first guy dancing.” He points through the open door and we watch a guy doing his drunk dance. J tells me that those arguing men are not only conductors but also advertiser who are getting their payment according to the amount of people they lure into the busses. One pedestrian doesn't want to get touched by the men and gets a vulgar response. An old woman in the bus tells the guy off for using such a language and defends the pedestrian. Then she says she doesn't want to hear that kind of language again. Elder empowerment! (J translated that conversation to me because it was loud and I did not know what was going on.) Another woman asks the driver wether he could play the song “Mariaroza”. We’re not so sure the driver is going to play that. But after a minute “Mariaroza” is played and the woman starts to sing along.
Zum ersten Mal seit meiner Ankunft in Tansania finde ich Zeit, meine Blogeinträge zu schreiben. Während ich schreibe breitet sich ein Grinsen in meinem Gesicht aus. Ich habe bereits so viel erlebt, dass ich nicht einmal eine Sekunde für mich genommen habe, um zurück zu blicken. Aber jetzt habe ich Zeit, um ganz genau jeden Moment meines ersten Tages in Tansania und meines ersten Schultages Revue passieren zu lassen. Vier Stunden später habe ich meine ersten zwei Berichte beendet und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Ich muss das Geld für mein Visum und meine Arbeitserlaubnis überweisen. J muss mir helfen, da ich überhaupt keine Ahnung habe wie das geht. Wir gehen in die Bank und müssen ein Formular organisieren. Es ist absolut anders, als ich es aus Deutschland gewöhnt bin. In Deutschland hat jeder Buchstabe seine eigene kleine Box auf dem Formular, aber hier schert sich anscheinend keiner darum. J übersetzt für mich was ich wo hin schreiben muss. Wir kommen zu einem Punkt, wo ich antworte indem ich eine der Optionen ankreuze. Als ich ein Kreuz in die Box zeichne, fängt J an zu lachen. Ich frage wieso und er fragt mich zurück warum ich ein Kreuz anstelle eines Häkchens benutzt habe. Ich antworte, dass ich es einfach so gewohnt bin. J erklärt mir, dass ein Kreuz „nein“ bedeutet und ich so die Mitarbeiter der Bank verwirren werde. Wir besorgen ein neues Formular und ich achte peinlich genau darauf, dass ich dieses Mal ein Haken in die Box setze. J bereitet sich darauf vor, dass ich erneut ein Kreuz zeichnen werde und kneift seine Lippen zusammen, um nicht lauthals loszulachen. Er hat Pech und ich zeichne ein Häkchen. Wenige Minuten später haben wir bereits ein weiteres Hindernis. Ich soll angeben wie viel Geld ich überweisen möchte und daher soll ich sagen, welche Scheine und wie viele von diesen ich überweisen möchte. Das Problem ist nur, dass das Formular nur für Tansanische Schillinge vorbereitet ist, nicht jedoch für meine US-Dollar. Ich verzweifle langsam. Warum muss das so kompliziert sein? In Deutschland kann ich einfach einen Mitarbeiter der Bank fragen und er/sie füllt mein Formular für mich aus und erklärt es mir, damit ich es für die Zukunft weiß. Wir gehen und fragen am Kundendienst-Schalter, wie ich das jetzt ausfüllen muss. Die Frau hinter dem Tresen sagt, dass ich einfach TSH wegstreichen kann und stattdessen US-Dollar hinschreibe. Gesagt, getan und endlich bin ich fertig. Ich entschuldige mich bei J fürs Verschwenden seiner Zeit, aber er lacht bloß und sagt, dass er es wirklich genießt. Wir lachen und beobachten die anderen Kunden um uns herum, während wir auf einen freien Schalter warten. Ich sehe eine Frau mit einer sehr interessanten Frisur. Ihre Haare sehen aus wie Vorhang-Kordeln. Ein Schalter wird frei. Ich lege mein Formular und das Geld in die Schublade zwischen mir und dem Mitarbeiter und bekomme einen Beleg zurück. Das wars. Ein bisschen wenig im Vergleich zum Aufwand des Ausfüllens.
Wir gehen zu einem Buchladen und kaufen zwei Hefte, die ich laut JM für die Schule brauche. Wir nehmen ein DalaDala zum White House, ich ruhe mich aus und lege meine neuen Hefte ab. Danach gehen J und ich zur Internationalen Schule von Moshi (ISM) und versuchen Tanzstunden für mich zu organisieren. Aber als wir in der Schule ankommen, sagen sie uns, dass sie nur Studenten vom Krankenhaus (KCMC) annehmen, nicht aber mich als komplette Fremde. Enttäuscht gehen wir wieder, am Tor allerdings fragen uns die Wachmänner warum wir so schnell wieder herauskommen. J spricht mit ihnen und berichtet Ihnen von meinem Wunsch zu tanzen, und dass die Schule mich nicht annimmt. Sie raten uns zum Moshi Club zu gehen. Wir brechen auf in Richtung Moshi Club und J fragt mich, ob ich nicht doch lieber ein DalaDala nehmen möchte, da der Weg doch ganz schön weit entfernt ist. Aber ich antworte, dass ich kein Problem damit habe. Als wir am Moshi Club ankommen, müssen wir fragen, wo die Tanzstunden stattfinden. Wir gehen über das Grundstück und finden ein kleines süßes Häuschen, das mit Efeu überwuchert ist. Unglücklicherweise ist der Lehrer nicht da, und wir müssen zwei Wochen warten bis er wiederkommt. Wir fragen nach der Telefonnummer und gehen dann wieder. Als wir im White House ankommen, realisieren wir wie weit wir gegangen sind. Die Schule ist ca. 1,5km entfernt von unseren Zimmern, von der Schule zum Moshi Club sind es ca. 3,5km und wir sind den ganzen Weg auch noch zurück gegangen. Auch stellen wir fest, dass wir keinen Strom haben. Nach meinem Nickerchen gehe ich zu Js Tür und klopfe. Er öffnet die Tür und fängt an sich über den Stromausfall zu beschweren. Sein Blick wandert genervt zum Stromkasten und ich sage: „Aber da ist doch Strom!“ Ich deute auf drei rote Lichter. Er versucht sein Licht im Zimmer anzuschalten, aber es bleibt dunkel. Wir öffnen den Stromkasten und sehen, dass einiger Schalter umgelegt sind. Wir schalten sie wieder ein und versuchen erneut das Licht einzuschalten. Es funktioniert wieder. Ich nehme meine neuen Hefte und fange an meinen Unterricht auf Js Tisch zu planen. (Ich habe keinen Tisch in meinem Zimmer, daher benutze ich Js seit dem er mich einmal erwischt hat wie ich versucht habe, meine Stunden auf dem Boden zu planen. Er hat sich tierisch über die Position meines Rückens aufgeregt.)
Wir gehen ins Stadtzentrum und essen Burger. Unglücklicherweise ist das Restaurant nicht so gut wie wir erhofft hatten. Als wir fertig sind, gehen wir zum zentralen Busbahnhof und suchen ein Disko-DalaDala. (Ein Disko-DalaDala hat unzählige Neon-Lichter im und am Bus. Einige DalaDalas haben sie sogar auf den Radkappen.) Wir beobachten die Schaffner wie sie ihren gewöhnlichen Wettkampf um Passagiere haben und lauschen ihren lauten Diskussionen. Der DalaDala in dem wir sitzen, hat einen Fernsehbildschirm an der Decke angebracht, auf dem ein Comedian gezeigt wird, der sich als Frau verkleidet. Ein paar Leute hinter mir lachen. Ich betrachte den Bildschirm für eine Weile und versuche herauszufinden, worüber er die Witze macht. Ich muss mir eingestehen, dass ich nichts verstehe und so wende ich mich wieder den Schaffnern zu. Ein paar Minuten später steigen Leute wieder aus, da es Ihnen zu lange dauert bis der Bus voll ist und wir endlich losfahren. J sagt, „Genieß die Show! Es ist bloß eine große Show und da ist der erste Typ, der tanzt.“ Er zeigt auf das Stück Gehweg, das durch die offene Tür sichtbar ist und wir betrachten einen Kerl wie er seinen betrunkenen Tanz macht. J erzählt mir, dass die diskutierenden Männer nicht nur Schaffner sind, sondern Werbung machen und mehr Geld bekommen, je mehr Leute sie in den DalaDala lotsen. Ein Fußgänger will nicht von den ganzen Leuten berührt werden und bekommt eine vulgäre Antwort. Eine ältere Dame, die im Bus sitzt, streckt ihren Kopf aus der Tür und verbietet dem Kerl solche Worte in den Mund zu nehmen. Sie verteidigt den Fußgänger und sagt, dass sie solche Wörter nicht noch einmal hören will. Ältere an die Macht! (J hat die Konversation für mich übersetzt, weil sie relativ laut war und ich wissen wollte was los war.) Eine Frau hinter uns fragt den Busfahrer, ob er nicht das Lied „Mariaroza“ spielen könnte. Wir sind uns nicht so sicher, ob er das wirklich spielen wird. Aber nach einer Minute wird „Mariaroza“ gespielt und sie singt mit.
Sep 5, 2016
Tag 9: "321 claps"
Heute ist mein erster Schultag. Ich stehe um 06:30 auf und frühstücke Chapti. Es ist eine Art Pfannkuchen, den ich mir gestern Nachmittag besorgt habe. Mein Vorgänger hat mir gesagt, dass ich ein DalaDala Richtung Sido nehmen soll und am YMCA aussteigen muss. Dort wollen wir uns dann treffen. Beim YMCA angekommen, warte ich auf ihn, zusammen fahren wir dann mit einem DalaDala nach Kibiroloni und steigen an der Haltestelle Foresti aus. Es ist auch hier in Moshi keine Haltestelle, sondern einfach ein Punkt, der Foresti genannt wurde und wo Leute häufiger ein und aussteigen, als an anderen Stellen. Ich bin froh, dass er dabei ist und weiß, wo wir aussteigen müssen. Denn der Conducter steckt seinen Oberkörper durch das Fenster und wenn er dann die Haltestelle ansagt, frage ich mich ernsthaft wie irgendjemand ihn verstehen soll. Ich bin ziemlich froh aus dem DalaDala aussteigen zu können, da heute die Marktfrauen mit ihren Waren darin waren. Das wäre nicht so das Problem, wenn die Waren nicht einfach doppelt so groß sind wie ich und dreimal so viel wiegen.
Jetzt steht uns noch ein Fußmarsch zur Schule bevor. Die Erde hier ist nicht braun, sondern rot und jedes Mal wenn ich meinen Fuß aufsetze, steigt eine rote Staubwolke auf und setzt sich auf meinen Schuhen ab. Als ich an der Schule ankomme und meine Schuhe betrachte, bereue ich es, kein Vorher-Foto gemacht zu haben, denn der Unterschied zu jetzt wäre echt witzig. Da meine Schuhe unter meinem Knöchel aufhören und meine Hose nicht mit dem Schuh abschließt gucken meine Socken knapp einen Zentimeter heraus und der Rand ist nicht mehr weiß, sondern rot.
Auf dem Schulhof stehen die Schüler bereits aufgereiht. Es sieht alles sehr geordnet aus und die Schüler haben alle ihre Schuluniform an, was sie wahnsinnig niedlich aussehen lässt. Besonders die Jungs der Zweiten Klasse sehen putzig aus. Sie gehen mir vielleicht bis zum Oberschenkel und tragen über ihrem gebügelten Hemd noch eine kleine Krawatte. Die Schüler singen die Nationalhymne und ihr Motivationslied. Der Rhythmus wird von einer Gruppe von Schülern auf Trommeln geschlagen. Während die Kinder singen, lerne ich den Lehrer kennen, den ich von nun an begleiten werde: JM. Er ist ein sehr witziger, etwas älterer Lehrer und begrüßt uns herzlich. Beim Händeschütteln wird umgegriffen. Nicht nur die Hand wird umfasst, wie bei uns in Deutschland, sondern auch der Daumen, dann wieder die Hand und wieder der Daumen, bis die Begrüßung vorbei ist. Die Begrüßung beinhaltet: Hallo, wie geht es dir? Mir geht es gut, und wie geht es dir? Gut, danke! (Und das bei Leuten, die sich kennen. Aber ich kenne ihn ja noch nicht, also kommt zur Begrüßung noch eine Vorstellung meiner und seinerseits dazu und währenddessen, greifen wir andauernd um.) Da momentan fasst alle Schüler hier versammelt stehen, wird die Gelegenheit genutzt, dass ich mich den Schülern einmal kurz vorstelle. Ich werde mit großen Augen beäugt. Eine weiße Frau haben sie hier nicht so oft gesehen, und schon gar nicht die ganz jungen Schüler aus der Vorschule sind diesen Anblick gewöhnt. Aber es ist ein niedliches Staunen und kein merkwürdiges Anstarren. JM führt mich in das Lehrerzimmer, wo ich die anderen Lehrer auch einmal kennenlerne, und zeigt mir wo ich meine Sachen abstellen kann. Seine erste Bitte ist, dass ich ihm beibringe die Computer und den Drucker zu benutzen. Ich verspreche, mein Bestes zu geben und er ist sehr erfreut. An seinem Platz stellt er mir seine Pläne vor, was er wo wann zu unterrichten plant und erklärt mir, dass die Schule Besuch von Leuten bekommt, die das kontrollieren werden.
Dann ist es auch schon Zeit für die erste Stunde. Wir gehen in die erste Klasse, wo JM ein Lied mit ihnen singt, wozu sie auch tanzen. Dann gehen wir wieder heraus, ich bin sehr verwundert, worauf er sagt, dass er sie mir nur kurz zeigen wollte. Wir gehen in die Vierte Klasse, wo JM meint, unterrichten zu müssen. Wir betrachten seinen Plan und versuchen ihm zu erklären, dass das erst in der nächsten Stunde ist, aber er bleibt beharrlich. Er bietet mir einen Platz in der ersten Reihe an und ich setze mich. Jedoch habe ich ein schlechtes Gewissen, die Kinder hinter mir können doch gar nichts sehen.
JM sagt, dass er von jedem das Heft und den Stift sehen möchte. Den Kindern, die ihre Sachen vergessen haben, oder noch die Sachen von einem anderen Fach auf dem Tisch haben, kneift JM in die Wange. Ich gucke weg, sowas will ich wirklich nicht beobachten. Als er einmal durch die Klasse gegangen ist, fragt er nach der Definition von Landwirtschaft. Ein paar Händen gehen in die Höhe, als er einen Schüler drannimmt, steht dieser auf und spricht. Ich sitze vielleicht einen Meter entfernt und verstehe nichts. Erstens reden die Schüler wahnsinnig leise und zweitens kommt ein Geräuschpegel von außen herein. Die Fenster haben hier keine Glasscheiben drinnen, sondern bestehen genauso wie die Türen aus Gitterstäben. JM steht direkt neben ihm und wiederholt für die Klasse, was gesagt wurde. Ein anderer Schüler soll die Definition wiederholen. Wieder gehen nur ein paar Hände in die Höhe und ich frage mich, was jetzt los ist, weil mehr als die paar Schüler gerade aufgepasst haben müssen. JM geht durch die Bankreihen und zieht die Schüler aus der Bank, die damit beschäftigt waren etwas aufzuschreiben oder mit ihrem Nachbarn geredet haben. Er fragt sie, ob sie das gerade gesagte wiederholen können. Nichts passiert, er holt mit der Hand aus und die Schüler zucken zusammen. Er schlägt nicht zu. Sie müssen stehen bleiben, bis einer der es weiß gesagt hat und sie es wiederholen können. Während er so durch die Klasse geht, gibt er hier und da einem Schüler einen Klaps auf den Hinterkopf, wie ihn manche aus der „Navy CIS“-Serie von Gibs kennen. Ich fühle mich dabei nicht ganz wohl, aber es ist mir viel lieber, als wenn JM Ohrfeigen nutzen würde. Dann kommt ein anderer Lehrer in die Klasse und sagt, dass er hier unterrichten würde. Sie diskutieren kurz und dann gehen wir und überlassen dem hinzugekommenen Lehrer seine Stunde.
Ich treffe nun die Schulleiter, mit denen ich von Deutschland aus schon einen E-Mail-Kontakt hatte und werde herzlich begrüßt. MeinVorgänger führt mich herum und zeigt mir, die neuen Gebäude die gebaut werden und den Pausenhof. Als unser Rundgang beendet ist, helfen wir JM seine Hefte und Pläne zu kopieren, da er nicht mit dem Scanner klarkommt. Wir müssen ziemlich lange Herumprobieren, bis wir verstehen, wie wir das Papier wieder in die Schublade legen können, damit auch die andere Seite bedruckt wird. Das Problem dabei ist die Bindung. Nach einiger Fummelei haben wir es verstanden und als wir mit dem dritten Heft fertig sind, sind auch zwei Schulstunden um. Die Schulglocke wird geläutet. Doch eine Glock ist das nicht. Es handelt sich um eine Art Metalltopf auf den mit einem Metallstab geklopft wird. Während der Pause soll ich JM’s Aufgabe im Schulbuch lesen. Mir stellen sich die Nackenhaare auf, während ich die Fehler lese und die Mischung von altem und neuem Englisch.
In der Klasse angekommen schickt mich JM nach vorne und ich fühle mich leicht ins kalte Wasser geworfen, da er selbst hinten bleibt. Aber ich denke an mein Praktikum zurück und weiß ungefähr was ich wie machen muss. Wenn ich eine Frage stelle und sich keiner meldet, greift JM ein und fragt energisch wer „Madam“ die Antwort geben kann. Ich habe das Gefühl, dass auch hier viel Druck herrscht, das Richtige sagen zu müssen. Ich sage, dass ich nur nach Ideen suche und JM wirkt verwundert, aber sehr zufrieden mit dieser Neuigkeit und es melden sich ein paar. Nach der Stunde zeigt mir JM wie ich die Aufgaben richtig abhake. Ich soll einen Rotstift nehmen und jeden Satz einmal abhaken. Danach soll ich „Good work“, das Datum und meine Signatur in das Heft hineinschreiben. Sieht für mich nach sehr viel Arbeit aus, aber das System gefällt mir trotzdem. So weiß der Schüler wenigstens, dass es einen Sinn macht mitzuschreiben und mitzumachen. In Deutschland machen viele die Hausaufgaben und keiner kontrolliert und man fragt sich, wieso man sie dann gemacht hat. Immerhin kommen die, die sie nicht gemacht haben genauso durch, wie die, die sie gemacht haben.
Wir gehen in die Klasse von meinem Vorgänger und während er unterrichtet, soll ich die Aufgaben abhaken. Die Kinder, die fertig sind und meine Unterschrift noch brauchen schreien „teacher, teacher“. Während ich durch die Klasse gehe, verrenken sich die Kinder um meine Uhr zu betrachten. JM zeigt mir die Seiten, die ich bitte für den nächsten Tag vorbereiten soll und wiederholt immer wieder, wie sehr er meine Einfälle willkommen heißt.
Jetzt gibt es Mittagessen. Da es der letzte Tag von meinem Vorgänger ist, gibt es ein extra Abschiedsessen und ein Geschenk für ihn. Ich werde willkommen geheißen, genau wie der andere neue Lehrer, der seine Ausbildung erst kürzlich abgeschlossen hat. Wir essen mit den Fingern und als mich ein Lehrer sieht, bittet er mir schnell einen Löffel an. Als ich aber sage, dass ich so sehr zufrieden bin, guckt er mich nur verwundert an und ich muss grinsen. Nach dem Essen helfe ich JM die Hefte zu korrigieren, denn die Kinder haben Hausaufgaben, die sie in der Schule machen und dann die Hefte ins Lehrerzimmer bringen. Meine Güte sind das viele. Es ist die größte Klasse, die sie hier haben: 6 Klasse. Wo ich kurz zuvor zum ersten Mal alleine vorne stand. In der Klasse sind sage und schreibe 43 Schüler.
Um 15:30 machen wir uns auf den Heimweg. Die Kinder schreien um uns herum: Goodbye, teacher und See you tomorrow, teacher. Die Kinder sind wirklich super niedlich. Als ich wieder in meinem Zimmer bin, stelle ich fest, dass wir einen Stromausfall haben. Ich wasche meine Hände und als ich sie gerade abtrockne, klopft es an meiner Tür. Die Haushälterin wollte einmal vorbei gucken, ob es mir gut geht. Wie lieb ist das denn! Ich fühle mich super wohl und es ist wie eine Streicheleinheit für die Seele, wenn ich meinen Tag vor meinem inneren Auge vorbeiziehen lasse.
Ich mache ein Nickerchen und bereite meine Stunden für den nächsten Tag vor. Dann schreibe ich endlich meinen ersten Bericht über meine Zeit in Tansania. Mein Vorgänger schmeißt eine Abschiedsparty und wir haben unseren Spaß. Danach gehe ich unter die Dusche – an das kalte Wasser habe ich mich noch nicht gewöhnt – und gehe ins Bett.
Jetzt steht uns noch ein Fußmarsch zur Schule bevor. Die Erde hier ist nicht braun, sondern rot und jedes Mal wenn ich meinen Fuß aufsetze, steigt eine rote Staubwolke auf und setzt sich auf meinen Schuhen ab. Als ich an der Schule ankomme und meine Schuhe betrachte, bereue ich es, kein Vorher-Foto gemacht zu haben, denn der Unterschied zu jetzt wäre echt witzig. Da meine Schuhe unter meinem Knöchel aufhören und meine Hose nicht mit dem Schuh abschließt gucken meine Socken knapp einen Zentimeter heraus und der Rand ist nicht mehr weiß, sondern rot.
Auf dem Schulhof stehen die Schüler bereits aufgereiht. Es sieht alles sehr geordnet aus und die Schüler haben alle ihre Schuluniform an, was sie wahnsinnig niedlich aussehen lässt. Besonders die Jungs der Zweiten Klasse sehen putzig aus. Sie gehen mir vielleicht bis zum Oberschenkel und tragen über ihrem gebügelten Hemd noch eine kleine Krawatte. Die Schüler singen die Nationalhymne und ihr Motivationslied. Der Rhythmus wird von einer Gruppe von Schülern auf Trommeln geschlagen. Während die Kinder singen, lerne ich den Lehrer kennen, den ich von nun an begleiten werde: JM. Er ist ein sehr witziger, etwas älterer Lehrer und begrüßt uns herzlich. Beim Händeschütteln wird umgegriffen. Nicht nur die Hand wird umfasst, wie bei uns in Deutschland, sondern auch der Daumen, dann wieder die Hand und wieder der Daumen, bis die Begrüßung vorbei ist. Die Begrüßung beinhaltet: Hallo, wie geht es dir? Mir geht es gut, und wie geht es dir? Gut, danke! (Und das bei Leuten, die sich kennen. Aber ich kenne ihn ja noch nicht, also kommt zur Begrüßung noch eine Vorstellung meiner und seinerseits dazu und währenddessen, greifen wir andauernd um.) Da momentan fasst alle Schüler hier versammelt stehen, wird die Gelegenheit genutzt, dass ich mich den Schülern einmal kurz vorstelle. Ich werde mit großen Augen beäugt. Eine weiße Frau haben sie hier nicht so oft gesehen, und schon gar nicht die ganz jungen Schüler aus der Vorschule sind diesen Anblick gewöhnt. Aber es ist ein niedliches Staunen und kein merkwürdiges Anstarren. JM führt mich in das Lehrerzimmer, wo ich die anderen Lehrer auch einmal kennenlerne, und zeigt mir wo ich meine Sachen abstellen kann. Seine erste Bitte ist, dass ich ihm beibringe die Computer und den Drucker zu benutzen. Ich verspreche, mein Bestes zu geben und er ist sehr erfreut. An seinem Platz stellt er mir seine Pläne vor, was er wo wann zu unterrichten plant und erklärt mir, dass die Schule Besuch von Leuten bekommt, die das kontrollieren werden.
Dann ist es auch schon Zeit für die erste Stunde. Wir gehen in die erste Klasse, wo JM ein Lied mit ihnen singt, wozu sie auch tanzen. Dann gehen wir wieder heraus, ich bin sehr verwundert, worauf er sagt, dass er sie mir nur kurz zeigen wollte. Wir gehen in die Vierte Klasse, wo JM meint, unterrichten zu müssen. Wir betrachten seinen Plan und versuchen ihm zu erklären, dass das erst in der nächsten Stunde ist, aber er bleibt beharrlich. Er bietet mir einen Platz in der ersten Reihe an und ich setze mich. Jedoch habe ich ein schlechtes Gewissen, die Kinder hinter mir können doch gar nichts sehen.
JM sagt, dass er von jedem das Heft und den Stift sehen möchte. Den Kindern, die ihre Sachen vergessen haben, oder noch die Sachen von einem anderen Fach auf dem Tisch haben, kneift JM in die Wange. Ich gucke weg, sowas will ich wirklich nicht beobachten. Als er einmal durch die Klasse gegangen ist, fragt er nach der Definition von Landwirtschaft. Ein paar Händen gehen in die Höhe, als er einen Schüler drannimmt, steht dieser auf und spricht. Ich sitze vielleicht einen Meter entfernt und verstehe nichts. Erstens reden die Schüler wahnsinnig leise und zweitens kommt ein Geräuschpegel von außen herein. Die Fenster haben hier keine Glasscheiben drinnen, sondern bestehen genauso wie die Türen aus Gitterstäben. JM steht direkt neben ihm und wiederholt für die Klasse, was gesagt wurde. Ein anderer Schüler soll die Definition wiederholen. Wieder gehen nur ein paar Hände in die Höhe und ich frage mich, was jetzt los ist, weil mehr als die paar Schüler gerade aufgepasst haben müssen. JM geht durch die Bankreihen und zieht die Schüler aus der Bank, die damit beschäftigt waren etwas aufzuschreiben oder mit ihrem Nachbarn geredet haben. Er fragt sie, ob sie das gerade gesagte wiederholen können. Nichts passiert, er holt mit der Hand aus und die Schüler zucken zusammen. Er schlägt nicht zu. Sie müssen stehen bleiben, bis einer der es weiß gesagt hat und sie es wiederholen können. Während er so durch die Klasse geht, gibt er hier und da einem Schüler einen Klaps auf den Hinterkopf, wie ihn manche aus der „Navy CIS“-Serie von Gibs kennen. Ich fühle mich dabei nicht ganz wohl, aber es ist mir viel lieber, als wenn JM Ohrfeigen nutzen würde. Dann kommt ein anderer Lehrer in die Klasse und sagt, dass er hier unterrichten würde. Sie diskutieren kurz und dann gehen wir und überlassen dem hinzugekommenen Lehrer seine Stunde.
Ich treffe nun die Schulleiter, mit denen ich von Deutschland aus schon einen E-Mail-Kontakt hatte und werde herzlich begrüßt. MeinVorgänger führt mich herum und zeigt mir, die neuen Gebäude die gebaut werden und den Pausenhof. Als unser Rundgang beendet ist, helfen wir JM seine Hefte und Pläne zu kopieren, da er nicht mit dem Scanner klarkommt. Wir müssen ziemlich lange Herumprobieren, bis wir verstehen, wie wir das Papier wieder in die Schublade legen können, damit auch die andere Seite bedruckt wird. Das Problem dabei ist die Bindung. Nach einiger Fummelei haben wir es verstanden und als wir mit dem dritten Heft fertig sind, sind auch zwei Schulstunden um. Die Schulglocke wird geläutet. Doch eine Glock ist das nicht. Es handelt sich um eine Art Metalltopf auf den mit einem Metallstab geklopft wird. Während der Pause soll ich JM’s Aufgabe im Schulbuch lesen. Mir stellen sich die Nackenhaare auf, während ich die Fehler lese und die Mischung von altem und neuem Englisch.
In der Klasse angekommen schickt mich JM nach vorne und ich fühle mich leicht ins kalte Wasser geworfen, da er selbst hinten bleibt. Aber ich denke an mein Praktikum zurück und weiß ungefähr was ich wie machen muss. Wenn ich eine Frage stelle und sich keiner meldet, greift JM ein und fragt energisch wer „Madam“ die Antwort geben kann. Ich habe das Gefühl, dass auch hier viel Druck herrscht, das Richtige sagen zu müssen. Ich sage, dass ich nur nach Ideen suche und JM wirkt verwundert, aber sehr zufrieden mit dieser Neuigkeit und es melden sich ein paar. Nach der Stunde zeigt mir JM wie ich die Aufgaben richtig abhake. Ich soll einen Rotstift nehmen und jeden Satz einmal abhaken. Danach soll ich „Good work“, das Datum und meine Signatur in das Heft hineinschreiben. Sieht für mich nach sehr viel Arbeit aus, aber das System gefällt mir trotzdem. So weiß der Schüler wenigstens, dass es einen Sinn macht mitzuschreiben und mitzumachen. In Deutschland machen viele die Hausaufgaben und keiner kontrolliert und man fragt sich, wieso man sie dann gemacht hat. Immerhin kommen die, die sie nicht gemacht haben genauso durch, wie die, die sie gemacht haben.
Wir gehen in die Klasse von meinem Vorgänger und während er unterrichtet, soll ich die Aufgaben abhaken. Die Kinder, die fertig sind und meine Unterschrift noch brauchen schreien „teacher, teacher“. Während ich durch die Klasse gehe, verrenken sich die Kinder um meine Uhr zu betrachten. JM zeigt mir die Seiten, die ich bitte für den nächsten Tag vorbereiten soll und wiederholt immer wieder, wie sehr er meine Einfälle willkommen heißt.
Jetzt gibt es Mittagessen. Da es der letzte Tag von meinem Vorgänger ist, gibt es ein extra Abschiedsessen und ein Geschenk für ihn. Ich werde willkommen geheißen, genau wie der andere neue Lehrer, der seine Ausbildung erst kürzlich abgeschlossen hat. Wir essen mit den Fingern und als mich ein Lehrer sieht, bittet er mir schnell einen Löffel an. Als ich aber sage, dass ich so sehr zufrieden bin, guckt er mich nur verwundert an und ich muss grinsen. Nach dem Essen helfe ich JM die Hefte zu korrigieren, denn die Kinder haben Hausaufgaben, die sie in der Schule machen und dann die Hefte ins Lehrerzimmer bringen. Meine Güte sind das viele. Es ist die größte Klasse, die sie hier haben: 6 Klasse. Wo ich kurz zuvor zum ersten Mal alleine vorne stand. In der Klasse sind sage und schreibe 43 Schüler.
Um 15:30 machen wir uns auf den Heimweg. Die Kinder schreien um uns herum: Goodbye, teacher und See you tomorrow, teacher. Die Kinder sind wirklich super niedlich. Als ich wieder in meinem Zimmer bin, stelle ich fest, dass wir einen Stromausfall haben. Ich wasche meine Hände und als ich sie gerade abtrockne, klopft es an meiner Tür. Die Haushälterin wollte einmal vorbei gucken, ob es mir gut geht. Wie lieb ist das denn! Ich fühle mich super wohl und es ist wie eine Streicheleinheit für die Seele, wenn ich meinen Tag vor meinem inneren Auge vorbeiziehen lasse.
Ich mache ein Nickerchen und bereite meine Stunden für den nächsten Tag vor. Dann schreibe ich endlich meinen ersten Bericht über meine Zeit in Tansania. Mein Vorgänger schmeißt eine Abschiedsparty und wir haben unseren Spaß. Danach gehe ich unter die Dusche – an das kalte Wasser habe ich mich noch nicht gewöhnt – und gehe ins Bett.
Sep 4, 2016
Tag 8: Fliege in 7up
Meine erste Nacht in meinem eigenen Reich war super gemütlich. Wenn auch relativ kalt, weswegen ich eine Decke auf meine Einkaufsliste setze. Ich nehme eine Dusche, auch hier kein warmes Wasser. Naja, daran gewöhn’ ich mich noch. Allerdings merke ich gerade, dass ich seit meiner Ankunft so oft geduscht habe ohne mich einzucremen, dass meine Haut langsam trocken wird. Auch realisiere ich, dass ich kein Toilettenpapiervorrat habe. Ich setze Creme und Toilettenpapier auf meine Liste und ziehe mich um. Dann gehen wir zu einem netten Plätzchen, wo wir was Leckeres frühstücken. Es heißt Chapati, dabei handelt es sich um eine Art Pfannkuchen. Dann fahren wir mit einem DalaDala ins Zentrum der Stadt. Die DalaDalas sind hier wesentlich kleiner, als die in Dar es Salaam. Wenn ich mich hinsetze, ist das Fenster auf Augenhöhe schon zu Ende. Einen Weg durch den Bus gibt es auch nicht wirklich, stattdessen kann man in der vorletzten Reihe eine Rückenlehne nach vorne klappen und darüber steigen. Es gibt 18 Plätze und voll bedeutet 23 Leute. Dazu kommen noch zwei oder drei Leute auf dem Beifahrersitz. Ich liebe es! Das ist einfach nur Kontrastprogramm zu Deutschland.
Er zeigt mir die wichtigsten Stellen und als wir auf der Straße gehen, anstatt den Gehweg zu benutzen, wundere ich mich. Ich frage ihn und wortlos deutet er auf den Gehweg, wo genau in diesem Moment ein Motorrad vorbeifährt. (Ein neues Transportmittel, das ich wahrscheinlich nicht so schnell ausprobieren werde: BuddahBuddah. Ein Motorrad-Taxi.) Wir gehen in einen großen Supermarkt und ich sehe Saftverpackungen in Pyramidenform. Die muss ich demnächst mal ausprobieren.
Was ich allerdings noch besser finde, ist ein Schild auf dem „Empty Beer Bottle“ steht. Wir lachen. Im Kühlregal liegen fertige Torten, die man noch mit einem Schriftzug verzieren kann. Diese kosen zwischen 6€ und 20€, je nach dem wie aufwendig diese mit Marzipan verziert sind. Ich halte Ausschau nach ein paar Snacks für mein Zimmer, aber die sind Schweine teuer. Eine Pringles Schachtel kostet fast 3€. Ich entschließe mich Snacks und Wasser ebenfalls auf meine Einkaufsliste für heute zu setzen.
Dann spazieren wir zum alten Bahnhof und machen ein paar Fotos und genießen die Aussicht. Wir rufen meinen Nachbarn J an und verabreden uns mit ihm in einem kleinen Imbiss „Kidoroko“. Wir genießen eine Sansibar-Pizza und warten. Eine Fliege verirrt sich in meine 7up Flasche. Wir haben Unterhaltung während ich versuche, die dumme Fliege herauszubekommen. Ich frage nach einem Strohalm und nach einiger Fummelei habe ich die Fliege endlich draußen. Dann ist auch J da und fragt was ansteht. Ich lese meine Einkaufsliste vor und wir setzen uns in Bewegung. Wir besuchen ein paar Läden und fragen nach den Preisen. Wir vergleichen und wissen wo wir zum Schluss hingehen werden. J führt uns zu einem Markt und wir finden eine passende Bettdecke. Er verhandelt für mich in Swahili und wir verlassen den Stand mit einer Bettdecke. Dann gehen wir und ich begutachte all die Leute, die am Straßenrand sitzen und alles mögliche verkaufen von Adaptern für die Steckdosen bis hin zu Plastikblumen.
Wir gehen zu den Läden zurück wo ich 10L Wasser und eine Creme bekomme. Auch eine Toillettenpackung mit 42 Rollen besorge ich. Die Rollen sind kleiner als in Deutschland, und da ich hier für ein Jahr leben möchte, kommt mir das ziemlich praktisch vor einen solchen Vorrat zu haben. Auch ist diese Packung billiger als jedesmal eine einzelne Rolle zu kaufen. Zudem kann ich jetzt immer eine Rolle mitnehmen, wenn ich irgendwohin gehe. Mit meinem Großeinkauf fahren wir jetzt zurück zum White House. Ich räume mein Zimmer auf, kehre den Staub zusammen und entsorge die Kartons. Dann helfen mir meine Begleiter mein Moskitonetz aufzuhängen. Da wir den Haken nicht in die Decke bekommen, befestigen wir eine Schnur zwischen meiner Deckenlampe und der Gardinenstange. Als mein Netz hängt, bewege ich meine Matratze darunter, sodass die Matratze jetzt genau in der Mitte vom Raum liegt und schiebe sie dann mit der kurzen Seite an die Wand. Ich gehe noch einmal mit dem Besen durch mein Zimmer und die Jungs dürfen nochmal gucken, welche Fortschritte mein Zimmer macht. Dann gehen wir was essen, als Belohnung für den erfolgreichen Tag. Als wir im White House ankommen, bemerken wir den Stromausfall. Ich weiß nicht wieso, aber dass es einen Stromausfall gibt und dieser der niemandem etwas ausmacht, macht mich wahnsinnig glücklich. Ich gehe früh ins Bett, denn morgen ist mein erster Schultag.
Er zeigt mir die wichtigsten Stellen und als wir auf der Straße gehen, anstatt den Gehweg zu benutzen, wundere ich mich. Ich frage ihn und wortlos deutet er auf den Gehweg, wo genau in diesem Moment ein Motorrad vorbeifährt. (Ein neues Transportmittel, das ich wahrscheinlich nicht so schnell ausprobieren werde: BuddahBuddah. Ein Motorrad-Taxi.) Wir gehen in einen großen Supermarkt und ich sehe Saftverpackungen in Pyramidenform. Die muss ich demnächst mal ausprobieren.
Was ich allerdings noch besser finde, ist ein Schild auf dem „Empty Beer Bottle“ steht. Wir lachen. Im Kühlregal liegen fertige Torten, die man noch mit einem Schriftzug verzieren kann. Diese kosen zwischen 6€ und 20€, je nach dem wie aufwendig diese mit Marzipan verziert sind. Ich halte Ausschau nach ein paar Snacks für mein Zimmer, aber die sind Schweine teuer. Eine Pringles Schachtel kostet fast 3€. Ich entschließe mich Snacks und Wasser ebenfalls auf meine Einkaufsliste für heute zu setzen.
Dann spazieren wir zum alten Bahnhof und machen ein paar Fotos und genießen die Aussicht. Wir rufen meinen Nachbarn J an und verabreden uns mit ihm in einem kleinen Imbiss „Kidoroko“. Wir genießen eine Sansibar-Pizza und warten. Eine Fliege verirrt sich in meine 7up Flasche. Wir haben Unterhaltung während ich versuche, die dumme Fliege herauszubekommen. Ich frage nach einem Strohalm und nach einiger Fummelei habe ich die Fliege endlich draußen. Dann ist auch J da und fragt was ansteht. Ich lese meine Einkaufsliste vor und wir setzen uns in Bewegung. Wir besuchen ein paar Läden und fragen nach den Preisen. Wir vergleichen und wissen wo wir zum Schluss hingehen werden. J führt uns zu einem Markt und wir finden eine passende Bettdecke. Er verhandelt für mich in Swahili und wir verlassen den Stand mit einer Bettdecke. Dann gehen wir und ich begutachte all die Leute, die am Straßenrand sitzen und alles mögliche verkaufen von Adaptern für die Steckdosen bis hin zu Plastikblumen.
Wir gehen zu den Läden zurück wo ich 10L Wasser und eine Creme bekomme. Auch eine Toillettenpackung mit 42 Rollen besorge ich. Die Rollen sind kleiner als in Deutschland, und da ich hier für ein Jahr leben möchte, kommt mir das ziemlich praktisch vor einen solchen Vorrat zu haben. Auch ist diese Packung billiger als jedesmal eine einzelne Rolle zu kaufen. Zudem kann ich jetzt immer eine Rolle mitnehmen, wenn ich irgendwohin gehe. Mit meinem Großeinkauf fahren wir jetzt zurück zum White House. Ich räume mein Zimmer auf, kehre den Staub zusammen und entsorge die Kartons. Dann helfen mir meine Begleiter mein Moskitonetz aufzuhängen. Da wir den Haken nicht in die Decke bekommen, befestigen wir eine Schnur zwischen meiner Deckenlampe und der Gardinenstange. Als mein Netz hängt, bewege ich meine Matratze darunter, sodass die Matratze jetzt genau in der Mitte vom Raum liegt und schiebe sie dann mit der kurzen Seite an die Wand. Ich gehe noch einmal mit dem Besen durch mein Zimmer und die Jungs dürfen nochmal gucken, welche Fortschritte mein Zimmer macht. Dann gehen wir was essen, als Belohnung für den erfolgreichen Tag. Als wir im White House ankommen, bemerken wir den Stromausfall. Ich weiß nicht wieso, aber dass es einen Stromausfall gibt und dieser der niemandem etwas ausmacht, macht mich wahnsinnig glücklich. Ich gehe früh ins Bett, denn morgen ist mein erster Schultag.
Sep 3, 2016
Tag 6 & 7: Karibu Loreen
Nur weil wir jetzt zu sechst sind und nicht zu zwölf heißt nicht, dass wir pünktlich sind. Ich vermisse die deutsche Pünktlichkeit. Im Bus sitzend beobachte ich die Straßenschilder und sehe eine Hamburg Avenue und eine Ohio Street. Ich sende unserer Mentorin eine Nachricht, dass wir vollständig und auf dem Weg zur Uni sind. Als wir an der Uni ankommen, sind wir jedoch die Ersten. Sogar unsere Lehrerin ist noch nicht da. Als sie kommt, bringt sie alle möglichen Früchte mit. Nach dem wir so gut wie alles verputzt haben, schenkt sie uns jedem einzelnen eine individuell verzierte Holzdose. Auf meiner steht: Karibu Loreen. (Willkommen Loreen) Wir machen noch ein Gruppenbild und verabschieden uns dann von unserer Lehrerin.
Zum Hostel brauchen wir anderthalb Stunden und sind daher zu spät für unsere Stadtführung. Da wir nicht in der Mensa gegessen haben, um pünktlich zu kommen (was offensichtlich nicht funktioniert hat), müssen wir aber jetzt auch noch was essen. Wir essen gemütlich und starten unsere Stadtführung. Wir gehen sehr weit und ab und zu halten wir an, um unserem Reiseführer zu zuhören. Wir kommen zu einem gigantischen Markt. In einem Gebäude, das mich stark an den Schwarzmarkt in „Die Tribute von Panem“ erinnert, sind so viele Sachen, so hoch gestapelt, dass mein Nachbar „Raum der Wünsche“ (Harry Potter) murmelt. Und ich muss ihm zustimmen. Die Darstellung im Film entspricht dem Anblick, der sich vor unseren Augen erstreckt. Wir fahren zum Hafen und mir fällt auf, dass wenn man sich nicht beeilt, die Menschenmasse herein kommt, bevor man aussteigen kann. Eine Frau setzt sich eine Millisekunde nach meinem Aufstehen hin. Auf dem Gehweg kriecht ein Mann auf Händen und Knien. Seine Hose hat einen gewaltigen Riss und seine linke Pobacke guckt heraus. Nach der Stadtführung geht es für uns gleich weiter zum Essen mit unserer Mentorin. Doch da unsere Stadtführung verspätet angefangen hat, können wir auch nur verspätet los. Ich bin so müde, ich würde das Essen am liebsten ausfallen lassen. Aber wir fahren los und haben ein super leckeres Essen in „The Great Wall“ ein chinesisches Restaurant in Dar es Salaam.
Um 04:30 müssen wir auschecken. Wir fahren zum Busbahnhof und um 05:30 geht es für meine Zimmergenossin, den Ehemaligen und mich nach Moshi bzw. Arusha. Wir fahren mit dem „Kilimanjaro Express“.
Um 11 Uhr machen wir eine Pause bei der eigens für diesen Bus entworfenen Gaststätte. Wir teilen uns Pommes und fahren dann weiter. Gegen 15 Uhr erreichen wir Moshi. Wir verabschieden sie, da sie bis Arusha weiterfährt und steigen aus. Ich lerne meinen Nachbarn J kennen. Er studiert am Kilimanjaro Christian Medical Centre (KCMC), welches nicht weit von unserem Wohnheim entfernt ist. Ich fühle mich in guten Händen. Er holt uns vom Bus ab und fährt uns zum „White House“. Mein Zuhause für die nächsten 12 Monate.
Ich bin darauf gefasst, nichts in meinem Zimmer vorzufinden, da mir gesagt wurde, dass ich eine Matratze kaufen müsste. Aber ich habe Glück, eine Matratze auf dem Boden, ein Kopfkissen, ein Stuhl und zahlreiche Kartons, die meine Vorgängerin als Regalersatz benutzt hat, füllen das Zimmer. Ich räume mich ein bisschen ein, während mein Nachbar und er sich unterhalten. Dann fahren wir zu ihm. Immerhin wäre ich beinahe auch dort untergekommen. Ich lerne meine beinahe Gastmutter kennen, und wir haben ein leckeres Abendessen. Danach gehen wir zurück zum White House und ich freue mich auf meine erste Nacht allein, in meinem Zimmer und auf den Beginn eines neuen Lebens für mich und selbst bestimmt.
Zum Hostel brauchen wir anderthalb Stunden und sind daher zu spät für unsere Stadtführung. Da wir nicht in der Mensa gegessen haben, um pünktlich zu kommen (was offensichtlich nicht funktioniert hat), müssen wir aber jetzt auch noch was essen. Wir essen gemütlich und starten unsere Stadtführung. Wir gehen sehr weit und ab und zu halten wir an, um unserem Reiseführer zu zuhören. Wir kommen zu einem gigantischen Markt. In einem Gebäude, das mich stark an den Schwarzmarkt in „Die Tribute von Panem“ erinnert, sind so viele Sachen, so hoch gestapelt, dass mein Nachbar „Raum der Wünsche“ (Harry Potter) murmelt. Und ich muss ihm zustimmen. Die Darstellung im Film entspricht dem Anblick, der sich vor unseren Augen erstreckt. Wir fahren zum Hafen und mir fällt auf, dass wenn man sich nicht beeilt, die Menschenmasse herein kommt, bevor man aussteigen kann. Eine Frau setzt sich eine Millisekunde nach meinem Aufstehen hin. Auf dem Gehweg kriecht ein Mann auf Händen und Knien. Seine Hose hat einen gewaltigen Riss und seine linke Pobacke guckt heraus. Nach der Stadtführung geht es für uns gleich weiter zum Essen mit unserer Mentorin. Doch da unsere Stadtführung verspätet angefangen hat, können wir auch nur verspätet los. Ich bin so müde, ich würde das Essen am liebsten ausfallen lassen. Aber wir fahren los und haben ein super leckeres Essen in „The Great Wall“ ein chinesisches Restaurant in Dar es Salaam.
Um 04:30 müssen wir auschecken. Wir fahren zum Busbahnhof und um 05:30 geht es für meine Zimmergenossin, den Ehemaligen und mich nach Moshi bzw. Arusha. Wir fahren mit dem „Kilimanjaro Express“.
Um 11 Uhr machen wir eine Pause bei der eigens für diesen Bus entworfenen Gaststätte. Wir teilen uns Pommes und fahren dann weiter. Gegen 15 Uhr erreichen wir Moshi. Wir verabschieden sie, da sie bis Arusha weiterfährt und steigen aus. Ich lerne meinen Nachbarn J kennen. Er studiert am Kilimanjaro Christian Medical Centre (KCMC), welches nicht weit von unserem Wohnheim entfernt ist. Ich fühle mich in guten Händen. Er holt uns vom Bus ab und fährt uns zum „White House“. Mein Zuhause für die nächsten 12 Monate.
Ich bin darauf gefasst, nichts in meinem Zimmer vorzufinden, da mir gesagt wurde, dass ich eine Matratze kaufen müsste. Aber ich habe Glück, eine Matratze auf dem Boden, ein Kopfkissen, ein Stuhl und zahlreiche Kartons, die meine Vorgängerin als Regalersatz benutzt hat, füllen das Zimmer. Ich räume mich ein bisschen ein, während mein Nachbar und er sich unterhalten. Dann fahren wir zu ihm. Immerhin wäre ich beinahe auch dort untergekommen. Ich lerne meine beinahe Gastmutter kennen, und wir haben ein leckeres Abendessen. Danach gehen wir zurück zum White House und ich freue mich auf meine erste Nacht allein, in meinem Zimmer und auf den Beginn eines neuen Lebens für mich und selbst bestimmt.
Sep 1, 2016
Tag 5: Happy? Birthday
Da wir heute unsere 550$ für das Visum an M weitergeben müssen, suchen wir alle unser Geld zusammen (schließlich haben wir das alle gut versteckt, damit nicht dasselbe mit dem Geld passiert wie mit dem Tablet). Ich öffne meinen Koffer und hole mein Geld und das von meiner Zimmergenossin heraus. Als sie zählt fehlen ihr 100$. Och nee, sie hat echt Pech. Ich versichere ihr, dass ich es nicht genommen habe. Immerhin ist es nun das zweite Mal, dass ihr etwas fehlt und beide Male ist es irgendwie mein Koffer. Ich biete ihr an meinen Koffer zu durchsuchen. Aber sie glaubt mir auch so und meint, dass das Geld wahrscheinlich zusammen mit dem Tablet verschwunden sei.
Im holprigen Bus machen die anderen ihre Hausaufgaben. Wenn einer ihnen über die Schulter guckt, müssen wir grinsen. Was würde passieren, wenn er/sie einen von uns korrigiert? Unser DalaDala wird angehalten. Wir verstehen lange nicht warum, bis eine Karawane von teuren Autos vorbeikommt. Anscheinend muss ein Politiker durch die Straße und daher muss sie freigemacht werden. Uns juckt es alle in den Fingern die Polizisten zu fotografieren, aber wir trauen uns doch nicht. Als unser DalaDala weiterfahren darf, beobachten wir die Polizisten, die Probleme mit ihrem Motorrad haben. Offenbar kommen sie nicht voran, denn sie öffnen den Motor.
Wir kommen leider auch nicht weiter, da wir in der falschen Richtung stehen und nicht wenden können. Wir fahren stattdessen einen Umweg durch die Gassen, wo ich riesige Pfützen sehe. Anscheinend hat es gestern Abend noch ordentlich geschüttet. Die Pfützen sind so riesig, dass man nicht weiß wie tief sie sind. An einer Stelle sinkt der hintere rechte Reifen ab und der DalaDala steht schief. Ich hab Angst aus dem Fenster zu fallen, da das Fenster neben mir offen steht und ich meine Beine anwinkeln musste, da ich über dem Reifen sitze. Besser gesagt hocke ich da, weshalb es jetzt recht einfach wäre herauszufallen, immerhin habe ich keine richtigen Halt. Den anderen geht es ähnlich, sie fürchten nun um ein Umkippen vom gesamten Bus. Aufgrund unserer Befürchtungen haben wir natürlich alle unwillkürlich Geräusche gemacht und angefangen unsere Befürchtungen zu teilen. Wir werden angestarrt, weiße Haut und besorgt sind eindeutige Zeichen, dass wir neu sind. Der Busfahrer fährt in aller Seelenruhe durch die nächste riesige Pfütze. Mitten durch! Wir sorgen uns nun nicht nur um Umkippen, sondern auch um Steckenbleiben oder Versinken. Als wir wieder auf der normalen asphaltierten Straße sind, geht mein Adrenalinspiegel wieder in den Normalzustand zurück. Als wir zur Universität hochgehen sorgen wir uns um die Vergebung unserer Lehrerin. Immerhin waren wir bisher nicht einmal pünktlich und unsere Ausreden hören sich ziemlich unglaubwürdig an. Aber unsere Lehrerin ist so fröhlich wie eh und je.
Um 12:04 soll die heutige Sonnenfinsternis ihren Höhepunkt haben und wir machen eine Pause, um sie zu begutachten. Wir beenden unseren Sprachkurs und gehen was Essen. Danach treffen wir uns mit unserer Mentorin und haben eine Diskussion über Arbeit und Leben in einer Gastfamilie. Ich frage nach Tabuthemen, um Fettnäpfchen aus dem Weg zu gehen und sie erzählt uns, nicht über Geschlechtsverkehr zu reden. An dieses Thema anschließend gibt sie uns eine kleine Aufklärungsstunde und ermahnt uns Kondome im Fall der Fälle zu nutzen. Auch sagt sie, wer keine feste Beziehung in diesem Jahr hat, macht etwas falsch. Aber besonders wir Mädels sollten vorsichtig sein, da wir viele Bewunderer haben werden. Das ganze hört sich an wie ein Wett-Daten. Als ich meine Gedanken teile, müssen wir lachen.
Unsere Mentorin hat uns zu einer Überraschungsparty einer ehemaligen Freiwilligen eingeladen und will uns vorher noch ein Hotel zeigen. Wir steigen in den nächsten Bus und sie nimmt wieder ein paar im Auto mit. Als wir Umsteigen müssen, sehe ich wie ein älterer Mann einen jungen Verkäufer kräftig am Ohr zieht. Meine Kinnlade fällt mir herunter. Ich frage, den Ehemaligen ob das auch so Gang und Gebe an der Schule ist. Er meint mit einem Schulterzucken „Ja“. Ich bin sprachlos. Als wir mit dem Bus losfahren, gucke ich mich mal wieder genauer um. Ein Baby fängt an zu weinen, und die Mutter nimmt ihren Schal als Sichtschutz, als sie ihrem Kind die Brust gibt. Kurz danach fällt das Kind in einen Tiefschlaf und ich beobachte die Mutter, wie sie im Ohr von ihrem Kind herumfummelt. Ich bin leicht verwirrt. Als wir an der Zielhaltestelle sind, müssen wir in ein Bajaji umsteigen und fahren zu unserer Mentorin. Doch bevor das geht, müssen wir sie anrufen und das Handy weitergeben, damit sie den Bajajifahrern sagen kann wo sie wohnt. Nach 5min hält der Bajaji-Fahrer an und fragt seine Kollegen, da er selbst anscheinend auch keine Ahnung hat. Als wir ankommen, bittet sie die Fahrer zu warten, da wir gleich weiterwollen. Sie führt uns durch ihr Haus. Im Vergleich zu deutschen Haushalten ist ihr Haus leer/kahl. Sofa, Stuhl, Tisch und Bett. Keine Regale und so gut wie nichts an den Wänden außer ein Paar Bilder ihrer Tochter. Die Treppenstufen sind mehrwürdig unregelmäßig und hauptsächlich zu hoch. Da wir nun alle das Haus gesehen haben, fahren wir los zum Hotel. Dort begutachten wir den riesigen Kronleuchter in der Eingangshalle und das Schwimmbecken (20m vom Meer entfernt). Als wir gehen wollen, treffen wir den „General Manager“. Ein Österreicher, der uns Horrorgeschichten und Statistiken herunter predigt und uns ermahnt nichts von der Straße zu essen. Er unterstreicht sein „Wissen“ über die miserablen Umstände in Tansania, als er sagt, dass viele seiner Angestellten sogar kein fließendes Wasser haben. Wir tauschen einen merkwürdigen Blick aus und wundern uns was er wohl dagegen unternimmt. Ich frage wo er denn wohnt, dass er sich so „gut“ auskennt. Er antwortet: Im Hotel natürlich. Wir lächeln und nicken und nehmen dankend seine Karte entgegen. Kaum sind wir draußen jedoch, brechen wir in Gelächter aus. Woher will er wissen wie das wirkliche Leben ist, wenn er sein Paradies von einem 5-Sterne-Hotel nicht verlässt?! Als wir das unserer Mentorin erzählen ist sie genauso sprachlos wie auch verärgert.
Wir gehen in das Hotel nebenan (billiger) und setzen uns in die Sonne und trinken was. Unsere Mentorin lernt mit einer App Deutsch, während ein paar von uns ins kalte Meer springen. Zwischendurch helfen wir ihr die Fragen zu beantworten und etwas zu erklären. Ansonsten beobachten wir ein Pärchen, das sich in Pose zu setzen weiß und zahlreiche Fotos schießt. Die Frau streckt ihren Allerwertesten (der kurviger ist als normal) hinaus und legt ihren Kopf schief. Ihr Freund lässt seine Muskeln spielen. Heidi Klum? Wo bist du wenn man dich braucht?!
Sie sammelt Geld ein damit wir genügend Pizzen bei der Überraschungsfeier haben und stellt fest, dass sie das Geschenk bei sich hat liegen lassen. Sie beschreibt den Bajajifahrern, wo wir hin müssen und fährt mit ein paar anderen los, um Pizza und das Geschenk zu besorgen. Als wir an dem Haus ankommen, wo die Party stattfinden soll, stellen wir fest, dass der Ehemalige ebenfalls mit unserer Mentorin unterwegs ist. Wir sind zu einer Überraschungsparty eingeladen von einer ehemaligen Freiwilligen, die wir nur einmal gesehen haben, als sie uns beim Sprachkurs besucht hat. Und jetzt sind weder unsere Mentorin noch der Ehemalige da. Wir klopfen an das Tor zum Grundstück, schließlich können wir nicht einfach auf der Straße warten. Nach längerem Warten wird uns aufgemacht. Wir treten ein und mir fällt eine Sofagarnitur im Innenhof auf. Wir sind eingeladen Platz zu nehmen, aber unser Türöffner muss zurück ins Haus und noch ein paar Vorbereitungen treffen. Wir fragen ob wir helfen können, aber nein. Und so warten wir im Innenhof und fühlen uns recht fehl am Platz. Nach einer Weile stellen sich die Leute im Haus vor, es sind Freunde vom Geburtstagskind. Und ein paar Minuten später kommt sie auch schon. Wir singen Happy Birthday.
Nach einer weiteren halben Stunde, kommt unsere Mentorin mit den anderen. Wir müssen relativ lange warten bis auch unsere Pizzen da sind. Leider müssen wir nun feststellen, dass eine Pizza fehlt und die Pizza generell schlecht schmeckt. Meine Laune ist nicht gerade in Hochstimmung. Dann lernen wir eine tansanische Tradition kennen. Das Geburtstagskind muss ihre Gäste mit Kuchen füttern und von jedem Stück muss ein Foto gemacht werden. Das ist eine süße Tradition.
Um 21:55 frage ich jedoch wie wir zum Hostel zurückkommen, da das Hostel um 23 Uhr schließt und wir meistens 45min dorthin brauchen. Die anderen haben anscheinend nicht daran gedacht und beginnen mit dem Gedanken zu spielen den Sprachkurs am nächsten Tag einfach ausfallen zu lassen. Unsere Gastgeber schlagen vor, dass wir einfach dort übernachten und von dort aus zum Sprachkurs fahren. Doch ich will zum Hostel zurück, hier fühle ich mich nicht wohl (ich kenne die Leute nicht) und sie trinken mehr und mehr Bier. Wir sind vier Leute, die zum Hostel wollen und ein Auto wird gesucht. Nach einigen Minuten haben wir ein Auto gefunden, sind jedoch nun zu sechst. Ich bin genervt. Dann findet sich ein Auto und wir wollen los, als sich unsere Mentorin Sorgen macht, dass wir nicht wissen wie wir zur Universität kommen. Doch meine Zimmergenossin und ich versichern ihr, dass wir es wissen. Dann fahren wir endlich los. Es ist 22:25 und einer der Jungs fragt den Fahrer, ob wir es bis 23 Uhr zum Hostel schaffen. Als er das hört drückt er auf die Tube.
In unserem Zimmer angekommen, regen wir uns über die miserable Organisation des heutigen Tages auf und darüber, dass wir schon wieder keine Zeit für Tagebucheinträge haben.
Im holprigen Bus machen die anderen ihre Hausaufgaben. Wenn einer ihnen über die Schulter guckt, müssen wir grinsen. Was würde passieren, wenn er/sie einen von uns korrigiert? Unser DalaDala wird angehalten. Wir verstehen lange nicht warum, bis eine Karawane von teuren Autos vorbeikommt. Anscheinend muss ein Politiker durch die Straße und daher muss sie freigemacht werden. Uns juckt es alle in den Fingern die Polizisten zu fotografieren, aber wir trauen uns doch nicht. Als unser DalaDala weiterfahren darf, beobachten wir die Polizisten, die Probleme mit ihrem Motorrad haben. Offenbar kommen sie nicht voran, denn sie öffnen den Motor.
Wir kommen leider auch nicht weiter, da wir in der falschen Richtung stehen und nicht wenden können. Wir fahren stattdessen einen Umweg durch die Gassen, wo ich riesige Pfützen sehe. Anscheinend hat es gestern Abend noch ordentlich geschüttet. Die Pfützen sind so riesig, dass man nicht weiß wie tief sie sind. An einer Stelle sinkt der hintere rechte Reifen ab und der DalaDala steht schief. Ich hab Angst aus dem Fenster zu fallen, da das Fenster neben mir offen steht und ich meine Beine anwinkeln musste, da ich über dem Reifen sitze. Besser gesagt hocke ich da, weshalb es jetzt recht einfach wäre herauszufallen, immerhin habe ich keine richtigen Halt. Den anderen geht es ähnlich, sie fürchten nun um ein Umkippen vom gesamten Bus. Aufgrund unserer Befürchtungen haben wir natürlich alle unwillkürlich Geräusche gemacht und angefangen unsere Befürchtungen zu teilen. Wir werden angestarrt, weiße Haut und besorgt sind eindeutige Zeichen, dass wir neu sind. Der Busfahrer fährt in aller Seelenruhe durch die nächste riesige Pfütze. Mitten durch! Wir sorgen uns nun nicht nur um Umkippen, sondern auch um Steckenbleiben oder Versinken. Als wir wieder auf der normalen asphaltierten Straße sind, geht mein Adrenalinspiegel wieder in den Normalzustand zurück. Als wir zur Universität hochgehen sorgen wir uns um die Vergebung unserer Lehrerin. Immerhin waren wir bisher nicht einmal pünktlich und unsere Ausreden hören sich ziemlich unglaubwürdig an. Aber unsere Lehrerin ist so fröhlich wie eh und je.
Um 12:04 soll die heutige Sonnenfinsternis ihren Höhepunkt haben und wir machen eine Pause, um sie zu begutachten. Wir beenden unseren Sprachkurs und gehen was Essen. Danach treffen wir uns mit unserer Mentorin und haben eine Diskussion über Arbeit und Leben in einer Gastfamilie. Ich frage nach Tabuthemen, um Fettnäpfchen aus dem Weg zu gehen und sie erzählt uns, nicht über Geschlechtsverkehr zu reden. An dieses Thema anschließend gibt sie uns eine kleine Aufklärungsstunde und ermahnt uns Kondome im Fall der Fälle zu nutzen. Auch sagt sie, wer keine feste Beziehung in diesem Jahr hat, macht etwas falsch. Aber besonders wir Mädels sollten vorsichtig sein, da wir viele Bewunderer haben werden. Das ganze hört sich an wie ein Wett-Daten. Als ich meine Gedanken teile, müssen wir lachen.
Unsere Mentorin hat uns zu einer Überraschungsparty einer ehemaligen Freiwilligen eingeladen und will uns vorher noch ein Hotel zeigen. Wir steigen in den nächsten Bus und sie nimmt wieder ein paar im Auto mit. Als wir Umsteigen müssen, sehe ich wie ein älterer Mann einen jungen Verkäufer kräftig am Ohr zieht. Meine Kinnlade fällt mir herunter. Ich frage, den Ehemaligen ob das auch so Gang und Gebe an der Schule ist. Er meint mit einem Schulterzucken „Ja“. Ich bin sprachlos. Als wir mit dem Bus losfahren, gucke ich mich mal wieder genauer um. Ein Baby fängt an zu weinen, und die Mutter nimmt ihren Schal als Sichtschutz, als sie ihrem Kind die Brust gibt. Kurz danach fällt das Kind in einen Tiefschlaf und ich beobachte die Mutter, wie sie im Ohr von ihrem Kind herumfummelt. Ich bin leicht verwirrt. Als wir an der Zielhaltestelle sind, müssen wir in ein Bajaji umsteigen und fahren zu unserer Mentorin. Doch bevor das geht, müssen wir sie anrufen und das Handy weitergeben, damit sie den Bajajifahrern sagen kann wo sie wohnt. Nach 5min hält der Bajaji-Fahrer an und fragt seine Kollegen, da er selbst anscheinend auch keine Ahnung hat. Als wir ankommen, bittet sie die Fahrer zu warten, da wir gleich weiterwollen. Sie führt uns durch ihr Haus. Im Vergleich zu deutschen Haushalten ist ihr Haus leer/kahl. Sofa, Stuhl, Tisch und Bett. Keine Regale und so gut wie nichts an den Wänden außer ein Paar Bilder ihrer Tochter. Die Treppenstufen sind mehrwürdig unregelmäßig und hauptsächlich zu hoch. Da wir nun alle das Haus gesehen haben, fahren wir los zum Hotel. Dort begutachten wir den riesigen Kronleuchter in der Eingangshalle und das Schwimmbecken (20m vom Meer entfernt). Als wir gehen wollen, treffen wir den „General Manager“. Ein Österreicher, der uns Horrorgeschichten und Statistiken herunter predigt und uns ermahnt nichts von der Straße zu essen. Er unterstreicht sein „Wissen“ über die miserablen Umstände in Tansania, als er sagt, dass viele seiner Angestellten sogar kein fließendes Wasser haben. Wir tauschen einen merkwürdigen Blick aus und wundern uns was er wohl dagegen unternimmt. Ich frage wo er denn wohnt, dass er sich so „gut“ auskennt. Er antwortet: Im Hotel natürlich. Wir lächeln und nicken und nehmen dankend seine Karte entgegen. Kaum sind wir draußen jedoch, brechen wir in Gelächter aus. Woher will er wissen wie das wirkliche Leben ist, wenn er sein Paradies von einem 5-Sterne-Hotel nicht verlässt?! Als wir das unserer Mentorin erzählen ist sie genauso sprachlos wie auch verärgert.
Wir gehen in das Hotel nebenan (billiger) und setzen uns in die Sonne und trinken was. Unsere Mentorin lernt mit einer App Deutsch, während ein paar von uns ins kalte Meer springen. Zwischendurch helfen wir ihr die Fragen zu beantworten und etwas zu erklären. Ansonsten beobachten wir ein Pärchen, das sich in Pose zu setzen weiß und zahlreiche Fotos schießt. Die Frau streckt ihren Allerwertesten (der kurviger ist als normal) hinaus und legt ihren Kopf schief. Ihr Freund lässt seine Muskeln spielen. Heidi Klum? Wo bist du wenn man dich braucht?!
Sie sammelt Geld ein damit wir genügend Pizzen bei der Überraschungsfeier haben und stellt fest, dass sie das Geschenk bei sich hat liegen lassen. Sie beschreibt den Bajajifahrern, wo wir hin müssen und fährt mit ein paar anderen los, um Pizza und das Geschenk zu besorgen. Als wir an dem Haus ankommen, wo die Party stattfinden soll, stellen wir fest, dass der Ehemalige ebenfalls mit unserer Mentorin unterwegs ist. Wir sind zu einer Überraschungsparty eingeladen von einer ehemaligen Freiwilligen, die wir nur einmal gesehen haben, als sie uns beim Sprachkurs besucht hat. Und jetzt sind weder unsere Mentorin noch der Ehemalige da. Wir klopfen an das Tor zum Grundstück, schließlich können wir nicht einfach auf der Straße warten. Nach längerem Warten wird uns aufgemacht. Wir treten ein und mir fällt eine Sofagarnitur im Innenhof auf. Wir sind eingeladen Platz zu nehmen, aber unser Türöffner muss zurück ins Haus und noch ein paar Vorbereitungen treffen. Wir fragen ob wir helfen können, aber nein. Und so warten wir im Innenhof und fühlen uns recht fehl am Platz. Nach einer Weile stellen sich die Leute im Haus vor, es sind Freunde vom Geburtstagskind. Und ein paar Minuten später kommt sie auch schon. Wir singen Happy Birthday.
Nach einer weiteren halben Stunde, kommt unsere Mentorin mit den anderen. Wir müssen relativ lange warten bis auch unsere Pizzen da sind. Leider müssen wir nun feststellen, dass eine Pizza fehlt und die Pizza generell schlecht schmeckt. Meine Laune ist nicht gerade in Hochstimmung. Dann lernen wir eine tansanische Tradition kennen. Das Geburtstagskind muss ihre Gäste mit Kuchen füttern und von jedem Stück muss ein Foto gemacht werden. Das ist eine süße Tradition.
Um 21:55 frage ich jedoch wie wir zum Hostel zurückkommen, da das Hostel um 23 Uhr schließt und wir meistens 45min dorthin brauchen. Die anderen haben anscheinend nicht daran gedacht und beginnen mit dem Gedanken zu spielen den Sprachkurs am nächsten Tag einfach ausfallen zu lassen. Unsere Gastgeber schlagen vor, dass wir einfach dort übernachten und von dort aus zum Sprachkurs fahren. Doch ich will zum Hostel zurück, hier fühle ich mich nicht wohl (ich kenne die Leute nicht) und sie trinken mehr und mehr Bier. Wir sind vier Leute, die zum Hostel wollen und ein Auto wird gesucht. Nach einigen Minuten haben wir ein Auto gefunden, sind jedoch nun zu sechst. Ich bin genervt. Dann findet sich ein Auto und wir wollen los, als sich unsere Mentorin Sorgen macht, dass wir nicht wissen wie wir zur Universität kommen. Doch meine Zimmergenossin und ich versichern ihr, dass wir es wissen. Dann fahren wir endlich los. Es ist 22:25 und einer der Jungs fragt den Fahrer, ob wir es bis 23 Uhr zum Hostel schaffen. Als er das hört drückt er auf die Tube.
In unserem Zimmer angekommen, regen wir uns über die miserable Organisation des heutigen Tages auf und darüber, dass wir schon wieder keine Zeit für Tagebucheinträge haben.
Aug 31, 2016
Tag 4: If you are waiting for a sign...
Als ich aufstehen möchte, tut mein Zeh weh. Oh das darf nicht wahr sein! Echt jetzt? Eine Mücke hat mich direkt auf der Unterseite von meinem Zeh gestochen. Was für eine blöde Stelle gerade, wenn ich bedenke wie viel wir täglich gehen. Was für ein schöner Start in den Tag. Nach einem Frühstück und unserer gewöhnlichen Verspätung – heute aufgrund von einem zusammengebrochenen Bett – steigen wir in ein DalaDala ein. Ich höre, wie sich die anderen darüber lustig machen, dass das Bett unter einem von uns zusammengebrochen ist. Während wir fahren, sehe ich ein Werbeplakat auf dem steht: „If you are waiting for a sign. This is it!“ Ich muss grinsen. Auf der Straße steht alles – Stau – und ich stelle mir vor, wie der ein oder andere um ein Zeichen bittet und dann dieses Schild sieht.
Als wir an der Sammelhaltestelle umsteigen, bekomme ich das Gefühl, dass die Conducter jedes Mal enttäuscht sind, wenn wir nicht bei ihnen einsteigen. Es ist ein wahrer Wettkampf zwischen den Busfahrbegleitern. In einer Pause von unserem Sprachkurs stellt sich unser zweiter Mentor M vor und erklärt warum unsere Arbeitserlaubnis und unser Visum so lange dauern. Zuerst wurde ein E-Mail-Konto gehakt und jemand anderes hat das Geld entgegengenommen. Daher musste die Polizei eingeschaltet werden und jetzt ist das Geld wieder da. Allerdings sind auch Fehler von unseren Einsatzstellen gemacht worden. Da wir uns als Gruppe bewerben, ist es wichtig, dass da keine Fehler sind, da nur einer einen Fehler machen muss und die ganze Gruppe warten darf.
Heute lernen wir Zahlen und als wir zu 50 kommen, krieg ich einen kleinen Lachanfall. 50 heißt in Swahili „Hamsini“ und ich muss an einen Hamster denken, der als Zauberer auftritt. Ein klares Zeichen, dafür dass wir zu viele Informationen verarbeiten müssen und unter Schlafmangel leiden. Nach dem Sprachkurs essen wir in der Mensa und beschließen zum Strand zu fahren. Ich bin eine von den fünf Leuten, die heute bei unserer Mentorin im Auto mitfahren kann. Wir fahren zu einem Markt und ich mache Bilder von den Bildern und den Läden, die sie verkaufen. Wir werden von Straßenverkäufern belagert, die uns DVDs verkaufen wollen. Unsere Mentorin will drei DVDs haben und fragt uns nach unserer Meinung. Sofort fangen wir an die 300 DVDs durchzugucken und ihr hier und da eine weiterzuempfehlen. Sie kauft drei DVDs und wir fahren zum nächsten Markt. Wir sind im Auto schneller als die Leute im DalaDala und haben daher genügend Zeit auch diesen Markt zu besuchen.
Wir sind zu viert auf der Rückbank und die zwei Jungs neben mir spreizen ihre Beine. Ich sehne mir ein Schild herbei, wie es in den New Yorker U-Bahnen hängt: Please don’t spread it’s a space issue.
Wir suchen eine Toilette und als wir sehen, dass es eine Western Toilette ist, nutzen wir alle die Gelegenheit. Nach dem Bestaunen des Marktes, fahren wir zum Strand. Man muss aufpassen wo man hintritt, da hier die Flaschendeckel im Sand herumliegen. Als wir in einem Café sitzen und was zu trinken bestellt haben, wird mir klar warum. Anstatt die Flaschendeckel in einem Mülleimer zu entsorgen, werden diese einfach fahrlässig in den Sand unter den Tisch geworfen. (Diese Tat wird hier als: „Tisch abwischen“ empfunden.) Er bestellt sich eine Kokosnuss und lässt uns alle mal probieren (schmeckt nicht). Ein Strandverkäufer verkauft Chips (schmecken ok). Es ist eine Art Lotterie, entweder erwischt man einen Chip ohne Gewürz oder einen mit viel zu viel.
Die Meeresluft macht alles etwas klebrig und salzig, und ich fange an mich darüber zu ärgern, keine Jacke mitgenommen zu haben. (Dass wir im Schatten sitzen, hilft nicht.) Da wir circa 4m vom Meer entfernt sitzen und es spritzt, kann ich die Zeit noch nicht einmal zum Tagebuchschreiben nutzen. Stattdessen machen meine Nachbarin und ich unsere Hausaufgaben (die Seiten sind salzig). Danach gucke ich mich um, und es gibt eine Art Felssteg, wo ich mit den anderen einen Abstecher hin mache. Wir machen schöne Fotos und genießen die Sonne.
Einige haben sie gefragt, ob sie auch Deutsch sprechen kann und beginnen ihr Bayrisch beibringen zu wollen. Ich schreite ein und sage, dass sie sich diese Worte nicht merken soll. „Sagte die Hannoveranerin mit dem reinsten Hochdeutsch.“ Wir grinsen.
Es wird schnell dunkel und wir wandern in ein Restaurant und sprühen uns mit Autan ein. Dies ist das erste Restaurant, wo wir kein Waschbecken sehen. Wir fragen und die Bedienung verschwindet schnell hinterm Tresen. Nach 5min wundern wir uns, ob sie zurückkommen wird und da kommt sie mit einem Eimer, einer Schale und Seife. Sie nimmt die Schüssel und kippt uns Wasser über die Finger. Sowas ist doch schon gewöhnungsbedürftig.
Während wir auf das Essen warten, gucke ich mich um und sehe einen Platz mit Instrumenten und riesigen Boxen. Als das Radio angeht, sehe ich einen Mann in sehr knapper Hose und offenem Hemd herumtanzen. Glücklicherweise wird das Radio und der Mann bald von einer Band abgelöst.
Als wir an der Sammelhaltestelle umsteigen, bekomme ich das Gefühl, dass die Conducter jedes Mal enttäuscht sind, wenn wir nicht bei ihnen einsteigen. Es ist ein wahrer Wettkampf zwischen den Busfahrbegleitern. In einer Pause von unserem Sprachkurs stellt sich unser zweiter Mentor M vor und erklärt warum unsere Arbeitserlaubnis und unser Visum so lange dauern. Zuerst wurde ein E-Mail-Konto gehakt und jemand anderes hat das Geld entgegengenommen. Daher musste die Polizei eingeschaltet werden und jetzt ist das Geld wieder da. Allerdings sind auch Fehler von unseren Einsatzstellen gemacht worden. Da wir uns als Gruppe bewerben, ist es wichtig, dass da keine Fehler sind, da nur einer einen Fehler machen muss und die ganze Gruppe warten darf.
Heute lernen wir Zahlen und als wir zu 50 kommen, krieg ich einen kleinen Lachanfall. 50 heißt in Swahili „Hamsini“ und ich muss an einen Hamster denken, der als Zauberer auftritt. Ein klares Zeichen, dafür dass wir zu viele Informationen verarbeiten müssen und unter Schlafmangel leiden. Nach dem Sprachkurs essen wir in der Mensa und beschließen zum Strand zu fahren. Ich bin eine von den fünf Leuten, die heute bei unserer Mentorin im Auto mitfahren kann. Wir fahren zu einem Markt und ich mache Bilder von den Bildern und den Läden, die sie verkaufen. Wir werden von Straßenverkäufern belagert, die uns DVDs verkaufen wollen. Unsere Mentorin will drei DVDs haben und fragt uns nach unserer Meinung. Sofort fangen wir an die 300 DVDs durchzugucken und ihr hier und da eine weiterzuempfehlen. Sie kauft drei DVDs und wir fahren zum nächsten Markt. Wir sind im Auto schneller als die Leute im DalaDala und haben daher genügend Zeit auch diesen Markt zu besuchen.
Wir sind zu viert auf der Rückbank und die zwei Jungs neben mir spreizen ihre Beine. Ich sehne mir ein Schild herbei, wie es in den New Yorker U-Bahnen hängt: Please don’t spread it’s a space issue.
Wir suchen eine Toilette und als wir sehen, dass es eine Western Toilette ist, nutzen wir alle die Gelegenheit. Nach dem Bestaunen des Marktes, fahren wir zum Strand. Man muss aufpassen wo man hintritt, da hier die Flaschendeckel im Sand herumliegen. Als wir in einem Café sitzen und was zu trinken bestellt haben, wird mir klar warum. Anstatt die Flaschendeckel in einem Mülleimer zu entsorgen, werden diese einfach fahrlässig in den Sand unter den Tisch geworfen. (Diese Tat wird hier als: „Tisch abwischen“ empfunden.) Er bestellt sich eine Kokosnuss und lässt uns alle mal probieren (schmeckt nicht). Ein Strandverkäufer verkauft Chips (schmecken ok). Es ist eine Art Lotterie, entweder erwischt man einen Chip ohne Gewürz oder einen mit viel zu viel.
Die Meeresluft macht alles etwas klebrig und salzig, und ich fange an mich darüber zu ärgern, keine Jacke mitgenommen zu haben. (Dass wir im Schatten sitzen, hilft nicht.) Da wir circa 4m vom Meer entfernt sitzen und es spritzt, kann ich die Zeit noch nicht einmal zum Tagebuchschreiben nutzen. Stattdessen machen meine Nachbarin und ich unsere Hausaufgaben (die Seiten sind salzig). Danach gucke ich mich um, und es gibt eine Art Felssteg, wo ich mit den anderen einen Abstecher hin mache. Wir machen schöne Fotos und genießen die Sonne.
Einige haben sie gefragt, ob sie auch Deutsch sprechen kann und beginnen ihr Bayrisch beibringen zu wollen. Ich schreite ein und sage, dass sie sich diese Worte nicht merken soll. „Sagte die Hannoveranerin mit dem reinsten Hochdeutsch.“ Wir grinsen.
Es wird schnell dunkel und wir wandern in ein Restaurant und sprühen uns mit Autan ein. Dies ist das erste Restaurant, wo wir kein Waschbecken sehen. Wir fragen und die Bedienung verschwindet schnell hinterm Tresen. Nach 5min wundern wir uns, ob sie zurückkommen wird und da kommt sie mit einem Eimer, einer Schale und Seife. Sie nimmt die Schüssel und kippt uns Wasser über die Finger. Sowas ist doch schon gewöhnungsbedürftig.
Während wir auf das Essen warten, gucke ich mich um und sehe einen Platz mit Instrumenten und riesigen Boxen. Als das Radio angeht, sehe ich einen Mann in sehr knapper Hose und offenem Hemd herumtanzen. Glücklicherweise wird das Radio und der Mann bald von einer Band abgelöst.
Aug 30, 2016
Tag 3: Woran erkennt man, dass ich zu lange auf mein Essen warten musste?
Ich packe meinen Rucksack und als ich meinen Block aus meinem Koffer herausholen will, klemmt der Reisverschluss. Ich probiere es ein paar mal bis es ein Reißgeräusch gibt und der Reißverschluss aufgeht. Ich sehe eine Samsum Tab 3 Hülle und frage mich wie die wohl in meinen Koffer kommt. Ich finde das ganze lustig und gucke meine Zimmergenossin lachend an und frage, ob sie die Verpackung kennt. Sie meint nein und muss ebenfalls über die Absurdität meinen Fundes lachen. Zusammen gehen wir zum Frühstück hinunter und nur um sicherzugehen, frage ich unsere andere Zimmergenossin, ob sie etwas davon weiß. Sie meint, ihr gehört ein Samsum Tab 3. Ich bekomme ein schlechtes Bauchgefühl und um es zu beruhigen, gehen wir in unser Zimmer und ich zeige ihr die Hülle. Es ist ihre und ihr Tablett ist weg. Wir suchen das Zimmer ab, haben aber die Zeit im Nacken, wir wollen nicht schon wieder zu spät zum Sprachkurs erscheinen. Es folgen Gespräche mit der Rezeption. Wir fahren zum Sprachkurs. An die holprige Fahrt habe ich mich schon fast gewöhnt. Auf jeden Fall ist das ganze nicht mehr zu befremdlich. Wir suchen verzweifelt nach Kleingeld, da wir 400TSH zahlen sollen, aber wir alle von den Bankautomaten nur die großen 10,000TSH Scheine bekommen, die der Conducter nicht alle wechseln kann. Wir steigen wieder an der Sammelhaltestelle um und quetschen uns mit unseren dicken Rucksäcken zu unserem Anschlussbus durch.
An der Universität angekommen – wieder zu spät, aber mit einer guten Entschuldigung –singen und tanzen wir, wenn auch eher unfreiwillig. Wir besprechen die Hausaufgaben und nach 4std Sprachkurs gehen wir wieder in der Mensa essen. Unsere Mentorin will sich uns einmal richtig vorstellen und auch uns etwas besser kennenlernen. Nach einer ausführlichen Vorstellung, fahren wir mit ihr in eine Mall, wo es das beste Eis geben soll. Sie nimmt ein paar von uns im Auto mit, was gut ist. Denn ich bin mit im Bus und kein Einzelner hätte mehr dazu gepasst. Es ist eine wahre Sardienenbüchse, und die Tür geht nicht zu.
In der Mall angekommen probieren wir das Eis. Ich finde es ok... nicht so überragend. Wir haben eine halbe Stunde zur freien Gestaltung und ich geh mit ein paar anderen los auf die Suche nach einem Supermarkt mit billigem Wasser. Wir finden einen, müssen jedoch unsere Taschen vorher abgeben. Wir kaufen uns 1,5L Flaschen für 980TSH und behalten brav den Beleg bis dieser abgestempelt wird. Auf dem Weg zum Treffpunkt sehen wir ein paar von den Jungs im Applestore.
Nach der Mallbesichtigung fahren wir zu einem Künstlermarkt. Wir werden direkt mit Bruder und Schwester angesprochen, was ich etwas verwirrend finde, und in die Läden gelockt. Wieder haben wir 30min Zeit zur freien Gestaltung. Meine Zimmergenossin und ich gehen durch ein paar Läden und erledigen unsere Hausaufgaben: eine Begrüßung und Vorstellung in Swahili. Ich fotografiere den ganzen Kitsch den sie einem andrehen wollen und muss immer wieder grinsen. Als ich eine Postkarte finde, will der Verkäufer 8,000TSH haben, ich kann ihn auf 2,500TSH runter handeln. Wir fahren zurück zum Hostel und bekommen eine kleine Einweisung wie unsere Sim-Karten funktionieren, da gestern keine Zeit mehr dafür war. Man muss immer mit seinem Guthaben ein Bundle kaufen. Das gilt entweder für einen Tag, eine Woche oder einen Monat. Und je nachdem wie viel MB/GB haben will, muss man zahlen. Während er erklärt, kommt ein Vertreter einer anderen Sim-Karten-Firma wie aufs Stichwort und versucht uns von seiner Firma zu überzeugen.
Wir essen wieder Pommes mit Ei und müssen leider anderthalb Stunden darauf warten. Woran erkennt man, dass ich zu lange auf mein Essen warten musste? An dem Skelett auf dem Stuhl.
An der Universität angekommen – wieder zu spät, aber mit einer guten Entschuldigung –singen und tanzen wir, wenn auch eher unfreiwillig. Wir besprechen die Hausaufgaben und nach 4std Sprachkurs gehen wir wieder in der Mensa essen. Unsere Mentorin will sich uns einmal richtig vorstellen und auch uns etwas besser kennenlernen. Nach einer ausführlichen Vorstellung, fahren wir mit ihr in eine Mall, wo es das beste Eis geben soll. Sie nimmt ein paar von uns im Auto mit, was gut ist. Denn ich bin mit im Bus und kein Einzelner hätte mehr dazu gepasst. Es ist eine wahre Sardienenbüchse, und die Tür geht nicht zu.
In der Mall angekommen probieren wir das Eis. Ich finde es ok... nicht so überragend. Wir haben eine halbe Stunde zur freien Gestaltung und ich geh mit ein paar anderen los auf die Suche nach einem Supermarkt mit billigem Wasser. Wir finden einen, müssen jedoch unsere Taschen vorher abgeben. Wir kaufen uns 1,5L Flaschen für 980TSH und behalten brav den Beleg bis dieser abgestempelt wird. Auf dem Weg zum Treffpunkt sehen wir ein paar von den Jungs im Applestore.
Nach der Mallbesichtigung fahren wir zu einem Künstlermarkt. Wir werden direkt mit Bruder und Schwester angesprochen, was ich etwas verwirrend finde, und in die Läden gelockt. Wieder haben wir 30min Zeit zur freien Gestaltung. Meine Zimmergenossin und ich gehen durch ein paar Läden und erledigen unsere Hausaufgaben: eine Begrüßung und Vorstellung in Swahili. Ich fotografiere den ganzen Kitsch den sie einem andrehen wollen und muss immer wieder grinsen. Als ich eine Postkarte finde, will der Verkäufer 8,000TSH haben, ich kann ihn auf 2,500TSH runter handeln. Wir fahren zurück zum Hostel und bekommen eine kleine Einweisung wie unsere Sim-Karten funktionieren, da gestern keine Zeit mehr dafür war. Man muss immer mit seinem Guthaben ein Bundle kaufen. Das gilt entweder für einen Tag, eine Woche oder einen Monat. Und je nachdem wie viel MB/GB haben will, muss man zahlen. Während er erklärt, kommt ein Vertreter einer anderen Sim-Karten-Firma wie aufs Stichwort und versucht uns von seiner Firma zu überzeugen.
Wir essen wieder Pommes mit Ei und müssen leider anderthalb Stunden darauf warten. Woran erkennt man, dass ich zu lange auf mein Essen warten musste? An dem Skelett auf dem Stuhl.
Aug 29, 2016
Tag 2: Tanzanian Style!
Nach dem Aufstehen (08:00), Frühstücken und Fertigmachen sorgen wir dafür, dass unser Moskitonetz das gesamte Bett umspannt, damit wir die Fenster auflassen können, unser Bett aber insektenfrei bleibt. Wir gehen mit unseren Rucksäcken los zur Bushaltestelle. Die öffentlichen Busse heißen hier DalaDala. Wir folgen dem Ehemaligen, in einen Bus und als dieser nicht losfährt, wundern wir uns. Wieso geht’s es nicht los? Weil wir nicht bezahlt haben? Nein, ich sehe keinen mit einem Ticket oder einen Ticketstempler oder sonst irgendetwas in der Art. Uns wird erklärt, dass ein DalaDala erst dann losfährt wenn er voll ist. Da wir zwölf Freiwillige sind machen wir das Busslein, aber recht schnell voll und müssen daher nicht allzu lange warten.
Ein DalaDala ist eine Art Omnibus meist weiß mit einem farbigen Streifen drumherum, auf dem die Start- und Endhaltestelle draufsteht. Es gibt circa 20 Sitzplätze und fünf Stehplätze. Zu stehen ist jedoch nicht empfehlenswert, da es hier viele Bodenwellen/„Speedbreaker“ gibt und die Decke schon im Sitzen relativ nah ist. Als ein Mann in den Bus kommt und stehen bleiben muss, habe ich Angst. Dicht neben seinem Kopf ist eine Glühbirne, die keinen Schirm um sich hat, und bei jeder Bodenwelle kommt er der Birne etwas näher. Beim sogenannten „Conducter“ bezahlt man, ohne dass man ein Ticket bekommt. Er/sie begleitet die Fahrt und nennt die Haltestellen. Wenn er eine Haltestelle nennt, sich aber keiner meldet, um zusagen, dass er/sie dort aussteigen möchte, wird nicht angehalten. Mir helfen jedoch die Haltestellen überhaupt nicht! Es ist Swahili und unser „Conducter“ spricht sehr leise. An einer Sammelhaltestelle steigen auch wir aus. Für mich sieht es aus wie ein Markt, man kann Popcorn und Früchte kaufen. Auf dem Gehweg sehe ich eine Frau, wie sie eine Pediküre bekommt. Ich muss grinsen. Mit dem nächsten DalaDala geht es zur Universität, in der wir unseren Sprachkurs haben werde. Wir stellen fest, dass wir 1,5std zu spät sind aufgrund eines Organisationsfehlers und entschuldigen uns bei der Lehrerin. (Man, mir wäre das super peinlich in Deutschland, aber hier ist das anscheinend akzeptabel.)
In unserer ersten Stunde lernen wir die Begrüßungen und wie wir uns vorstellen. Nach vier Stunden Sprachkurs bin ich gut bedient für den Tag und brauch nichts mehr außer Schlaf, dabei ist es gerade mal 14 Uhr. Wir singen zum Abschied ein Lied, dass mich nicht mehr loslässt. Was für ein toller Ohrwurm. Wir gehen in die Mensa der Universität und essen dort was. Auch hier essen wir mit den Fingern. Als der Ehemalige von seinen Besorgungen zurückkommt, überreicht er uns unsere neuen Sim-Karten. Beim Versuch meine deutsche Sim-Karte aus meinem iPhone zu entfernen, breche ich den Zahnstocher ab. Naja... Sim-Karten sind doch überbewertet. Ich fummle in Kleinstarbeit die Zahnstocherspitze wieder heraus und warte bis ich eine Büroklammer finden kann.
Wir fahren in Richtung Hafen, weil er uns einen schönen Strand zeigen möchte. Um zum Strand zu kommen, müssen wir ein kleines Stückchen mit einer Fähre fahren und als wir dafür gerade ein Ticket gekauft haben und durch die Schleuse gegangen sind, bricht eine Art Panikattacke aus. Plötzlich laufen alle um uns herum los und weil wir es nicht besser wissen, laufen wir ebenfalls auf das bereits volle Deck. Auf dem Deck gehen Verkäufer herum und verkaufen Erdnüsse. Ich bin leicht verwundert. Weil wir auf dem Deck immer mehr werden zu scheinen, bringen wir alle unsere Rucksäcke in Sichtweite und tragen die Rucksäcke vorm Bauch. (Ich muss zugeben, wir sehen ziemlich bescheuert aus.) Als wir ankommen, fallen mir die Tentakeln auf. Wegen der Fischerei am Hafen verkaufen sie hier frischen Fisch und Tentakeln. Ein ekliger Anblick meiner Meinung nach. Wir folgen ihm und er organisiert drei Bajajis. Bajaji ist das tansanische Äquivalent zu einem indischen TucTuc für maximal 4 Personen. Vorne sitzt der Fahrer und hinter ihm haben drei Leute – wenn sie eng zusammen rutschen – Platz. Wir sind vier Leute, einer von uns quetscht sich noch neben den Fahrer und als ich meine Bedenken äußere, wird mir geantwortet: Tanzanian Style! Wir müssen lachen.
Als wir am Strand angekommen und alle umgezogen sind, gehen wir ins Wasser. Sofort werden die Ersten von uns von Einheimischen angesprochen. Unsere Swahili Kenntnisse werden auf die Probe gestellt. Wir bestehen und fühlen uns schon etwas stolz. Als wir zurück wollen, ruft er die Bajaji-Fahrer von unserer Hinfahrt an. (Tip: Einmal genutzt, Nummer geben lassen.) Es wird schnell dunkel, und nach einem Gruppenfoto am Strand fragen wir uns, wo die Fahrer bleiben. Nach 45min sind sie da. Tanzanian Style! Wir fahren zum Hafen und wollen ein tansanisches Abendessen zu uns nehmen. Er führt uns in einen kleinen Laden und bestellt für uns alle Pommes mit Eiern. Ich bin etwas verwirrt über die Kombination, aber ich lass mich überraschen. Und es schmeckt tatsächlich sau-lecker. Als wir fast fertig sind, springt eine Katze auf den Nachbartisch und leckt den leer-gegessenen Teller ab. Während wir auf die restlichen Pommes warten (wir sind zwölf Leute und der Laden sieht nicht so aus als ob er daran gewöhnt ist) machen meine Nachbarin und ich die Hausaufgaben.
Zurück im Hostel müssen wir leider feststellen, dass die Putzfrau unser Moskitonetz über dem Bett zusammen geknotet hat, wodurch unser Bett nicht mehr länger unter dem Schutz vom Netz ist. Nach dem wir das Bett wieder insektensicher gemacht haben, sprühe ich meine Extremitäten noch mit Autan ein. Dann wiederholen meine Zimmergenossin und ich nochmal alles, was wir heute gelernt haben und singen zum Abschluss nochmal das Lied, von dem wir beide einen Ohrwurm haben. Tanzanian Style!
Ein DalaDala ist eine Art Omnibus meist weiß mit einem farbigen Streifen drumherum, auf dem die Start- und Endhaltestelle draufsteht. Es gibt circa 20 Sitzplätze und fünf Stehplätze. Zu stehen ist jedoch nicht empfehlenswert, da es hier viele Bodenwellen/„Speedbreaker“ gibt und die Decke schon im Sitzen relativ nah ist. Als ein Mann in den Bus kommt und stehen bleiben muss, habe ich Angst. Dicht neben seinem Kopf ist eine Glühbirne, die keinen Schirm um sich hat, und bei jeder Bodenwelle kommt er der Birne etwas näher. Beim sogenannten „Conducter“ bezahlt man, ohne dass man ein Ticket bekommt. Er/sie begleitet die Fahrt und nennt die Haltestellen. Wenn er eine Haltestelle nennt, sich aber keiner meldet, um zusagen, dass er/sie dort aussteigen möchte, wird nicht angehalten. Mir helfen jedoch die Haltestellen überhaupt nicht! Es ist Swahili und unser „Conducter“ spricht sehr leise. An einer Sammelhaltestelle steigen auch wir aus. Für mich sieht es aus wie ein Markt, man kann Popcorn und Früchte kaufen. Auf dem Gehweg sehe ich eine Frau, wie sie eine Pediküre bekommt. Ich muss grinsen. Mit dem nächsten DalaDala geht es zur Universität, in der wir unseren Sprachkurs haben werde. Wir stellen fest, dass wir 1,5std zu spät sind aufgrund eines Organisationsfehlers und entschuldigen uns bei der Lehrerin. (Man, mir wäre das super peinlich in Deutschland, aber hier ist das anscheinend akzeptabel.)
In unserer ersten Stunde lernen wir die Begrüßungen und wie wir uns vorstellen. Nach vier Stunden Sprachkurs bin ich gut bedient für den Tag und brauch nichts mehr außer Schlaf, dabei ist es gerade mal 14 Uhr. Wir singen zum Abschied ein Lied, dass mich nicht mehr loslässt. Was für ein toller Ohrwurm. Wir gehen in die Mensa der Universität und essen dort was. Auch hier essen wir mit den Fingern. Als der Ehemalige von seinen Besorgungen zurückkommt, überreicht er uns unsere neuen Sim-Karten. Beim Versuch meine deutsche Sim-Karte aus meinem iPhone zu entfernen, breche ich den Zahnstocher ab. Naja... Sim-Karten sind doch überbewertet. Ich fummle in Kleinstarbeit die Zahnstocherspitze wieder heraus und warte bis ich eine Büroklammer finden kann.
Wir fahren in Richtung Hafen, weil er uns einen schönen Strand zeigen möchte. Um zum Strand zu kommen, müssen wir ein kleines Stückchen mit einer Fähre fahren und als wir dafür gerade ein Ticket gekauft haben und durch die Schleuse gegangen sind, bricht eine Art Panikattacke aus. Plötzlich laufen alle um uns herum los und weil wir es nicht besser wissen, laufen wir ebenfalls auf das bereits volle Deck. Auf dem Deck gehen Verkäufer herum und verkaufen Erdnüsse. Ich bin leicht verwundert. Weil wir auf dem Deck immer mehr werden zu scheinen, bringen wir alle unsere Rucksäcke in Sichtweite und tragen die Rucksäcke vorm Bauch. (Ich muss zugeben, wir sehen ziemlich bescheuert aus.) Als wir ankommen, fallen mir die Tentakeln auf. Wegen der Fischerei am Hafen verkaufen sie hier frischen Fisch und Tentakeln. Ein ekliger Anblick meiner Meinung nach. Wir folgen ihm und er organisiert drei Bajajis. Bajaji ist das tansanische Äquivalent zu einem indischen TucTuc für maximal 4 Personen. Vorne sitzt der Fahrer und hinter ihm haben drei Leute – wenn sie eng zusammen rutschen – Platz. Wir sind vier Leute, einer von uns quetscht sich noch neben den Fahrer und als ich meine Bedenken äußere, wird mir geantwortet: Tanzanian Style! Wir müssen lachen.
Als wir am Strand angekommen und alle umgezogen sind, gehen wir ins Wasser. Sofort werden die Ersten von uns von Einheimischen angesprochen. Unsere Swahili Kenntnisse werden auf die Probe gestellt. Wir bestehen und fühlen uns schon etwas stolz. Als wir zurück wollen, ruft er die Bajaji-Fahrer von unserer Hinfahrt an. (Tip: Einmal genutzt, Nummer geben lassen.) Es wird schnell dunkel, und nach einem Gruppenfoto am Strand fragen wir uns, wo die Fahrer bleiben. Nach 45min sind sie da. Tanzanian Style! Wir fahren zum Hafen und wollen ein tansanisches Abendessen zu uns nehmen. Er führt uns in einen kleinen Laden und bestellt für uns alle Pommes mit Eiern. Ich bin etwas verwirrt über die Kombination, aber ich lass mich überraschen. Und es schmeckt tatsächlich sau-lecker. Als wir fast fertig sind, springt eine Katze auf den Nachbartisch und leckt den leer-gegessenen Teller ab. Während wir auf die restlichen Pommes warten (wir sind zwölf Leute und der Laden sieht nicht so aus als ob er daran gewöhnt ist) machen meine Nachbarin und ich die Hausaufgaben.
Zurück im Hostel müssen wir leider feststellen, dass die Putzfrau unser Moskitonetz über dem Bett zusammen geknotet hat, wodurch unser Bett nicht mehr länger unter dem Schutz vom Netz ist. Nach dem wir das Bett wieder insektensicher gemacht haben, sprühe ich meine Extremitäten noch mit Autan ein. Dann wiederholen meine Zimmergenossin und ich nochmal alles, was wir heute gelernt haben und singen zum Abschluss nochmal das Lied, von dem wir beide einen Ohrwurm haben. Tanzanian Style!
Aug 28, 2016
Tag 1: Was brauche ich und wo zum Teufel ist das?
Hallo, ich habe leider etwas länger nicht mehr schreiben können, aber die Vorbereitungen für meine große Reise und mein On-Arrival-Seminar haben sehr viel Zeit eingenommen. Meine Indien-Berichte sind leider noch nicht fertig, aber ich verspreche sie nachzureichen.
Jetzt würde ich gerne von meinem ersten Tag Berichten, da dieser wahrscheinlich für alle am wichtigsten ist und vermutlich schonmal das meiste erklärt.
Es ist 02:16 als ich im Flugzeug aus meinem Schlaf erwache. Ich bin nun schon seit 4std in der Luft und kann es immer noch nicht fassen, dass ich erst in einem Jahr zurückkommen werde. Das letzte, was ich von Deutschland sehen konnte, waren die Lichter. Verständlich natürlich, da es 22:05 war, als ich los geflogen bin. Das Frühstück lässt nicht lange auf sich warten. Zwar etwas merkwürdig um diese Zeit zu frühstücken, aber viel später geht es auch nicht, da wir gegen 05:45 in Äthiopien landen sollen. Ich gucke eine Folge The Big Bang Theory und versuche mir beim Toilettengang die Beine zu vertreten. Dann geht es auch schon in den Landeanflug. Natürlich kann ich auch hier erstmal nur Lichter sehen.
Nach dem Aussteigen warte ich auf die anderen, immerhin sind wir elf und haben alle unsere erste Afrika-Erfahrung vor uns. Kaum sind wir vollständig und haben zwei Schritte getätigt, werden die ersten Fotos geschossen. Gottseidank hält unser Flugzeug still, denn wir hätten das Bild vor Müdigkeit verwackelt, da wir nicht so viel Schlaf bekommen haben.
Wir folgen den Schildern mit der Aufschrift: Connecting Passengers. Wir suchen unser Gate (Ich weiß, zu viele Anglizismen für meine Verhältnisse, aber keine Sorge, ich werde, vermutlich demnächst den Blog auf Englisch weiterführen, damit alle mitlesen können.) und setzen und legen uns auf die Bänke davor. Hier dürfen wir nun vier Stunden auf unseren Anschlussflug warten.
Mir gegenüber sitzen zwei Männern, die anscheinend beten. Beide haben ein Buch in den Händen und lesen eifrig. Dabei blättern sie in die für mich falsche Richtung. Doch was mich am meisten verwirrt sind die Lederriemen. Beide haben einen Lederriemen um den Kopf mit einem Quadrat daran, welches auf dem Scheitel sitzt. Der jeweils linke Ärmel von beiden Männern ist bis über den Ellenbogen hochgekrempelt und über der nackten Haut erstreckt sich ein anderer Lederriemen. Dieser wurde unzählige Male um den Unterarm gewickelt von Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen. Ich frage mich, ob die Blutzirkulation so nicht unterbrochen wird. Auch dieser Lederriemen ist mit einem Quadrat versehen. Zusätzlich zu den Lederriemen tragen die beiden Männern noch eine Art Kopftuch. Es sieht aus wie ein langer weißer Schal, der über die Schultern geht und den Kopf umhüllt. (Von hinten sieht es allerdings aus wie eine Gardine.)
Als ich mich einmal genauer umsehe, sehe ich eine Frau, die ihr Handgepäck auf dem Kopf balanciert. Das habe ich in Afrika erwartet, allerdings bewundere ich die Tatsache, dass die Frau ihre Arme nicht zur Stabilisierung hochhält.
Die anderen haben sich jetzt eingerichtet und der erste schläft schon. Ich bin froh, dass ich ein Kissen dabei habe, denn die Bank ist äußerst unbequem und so tut der Kopf danach nicht weh. Aber erstmal kann ich nicht schlafen, also gebe ich mein Kissen weiter. Das verursacht Gelächter, da mein Kopfkissen Kopfkissen, Kuscheltier und Nackenrolle zugleich ist. Aber der, der es bekommt, merkt schnell wie bequem es ist und ist dankbar. Ich gehe mit ein paar Mädels zur Toilette. Dabei merke ich, dass nicht nur die Toiletten ausgeschildert sind, sondern auch die Gebetsräume. Auf eine freie Toilette muss ich nicht lange warten, dafür aber doppelt solange auf ein freies Waschbecken. Die Frauen schminken sich nochmal (Deswegen dauert das auf der Toilette immer solange Jungs. Also hört auf zu fragen und euch zu wundern, sondern seid dankbar, dass eure Freundin gut für euch aussehen will.) und dann hebt eine Frau ihr Bein auf einmal in das Becken. Ich bin leicht verwundert. Ihre Nachbarin tut es ihr gleich, sogar das Kopftuch wird einmal abgenommen, um das Haar mit Wasser zu benetzen. Als ich aus der Toilette komme und an den „Gebetsräumen“ vorbeigehe, realisiere ich, dass die Frauen wahrscheinlich auf dem Weg zum Gebet waren. Die „Gebetsräume“ sehen für mich aus, wie Besen- oder Abstellkammern. Das kommt mir nicht gerecht vor, da immerhin da 30 Leute gerade in ein so einem Ding sitzen. (Die Gebetsräume sind in Geschlechter aufgeteilt.)
Da wir nun einmal unsere Beine bewegt haben, bemerken wir erst jetzt den Auslauf, den wir brauchen und machen uns auf zu einem schönen Spaziergang. Zum Abschluss, wollen wir uns ein Wasser kaufen und meine Freundin mag noch eine Kaffee trinken. Als wir uns für ein Café entschieden haben, fragen wir einen Bediensteten, ob wir hier ein Wasser und einen Kaffee bekommen können. Wir werden zur Kasse geleitet, zahlen und werden zurück zu dem Typen geleitet, um unser Wasser zu bekommen. Das ist ja auch überhaupt nicht umständlich! (Sarkasmus) Der Kaffee dauert noch ein Minütchen und als eine Kellnerin kommt, sagt sie zu meiner Freundin, die feuerrote Haare hat: „Your hair is amazing.“ Sie fühlt sich geehrt und ich kann nicht anders, als die Situation als süß zu bezeichnen.
Als wir zurück zu den Bänken gehen, sehe ich, dass die Jungs unserem Beispiel gefolgt sind und nun ebenfalls eine Runde drehen. Wir setzen uns hin und machen es uns so gemütlich wie es nur geht. (Ich sehe mein Kissen unter dem Kopf von einem anderen Freiwilligen und freue mich, dass es hilfreich ist.) Von unserem Platz aus können wir die Kontrolle beobachten, die durchgeführt wird, bevor die Leute in den Wartebereich können. In der Schlange sehe ich eine Frau in Burka anstehen. Ich frage mich wie das Passfoto wohl aussieht und wie das kontrolliert wird und wie das generell funktioniert... Mein Kissen wird frei und ich mache es mir gemütlich und lege ein Nickerchen ein.
Als wir zum Flugzeug gehen, hole ich mein Ticket heraus und merke, dass bei mir „MR“ draufsteht. WOW. Also ich bin gewohnt, dass mein Name falsch ausgesprochen wird, aber das ist neu.
Wir steigen in einen Bus, der uns zum Flugzeug bringen soll. Als wir vor dem Flugzeug halten und aussteigen, ist das erste was ich sehen kann ein Flugzeugwrack. Wie ermutigend. Im Flugzeug läuft der Film „Zoomania“ und wir haben gute Laune. Dann: Der erste Schritt auf tansanischem Boden.
Wir betreten den Flughafen und ich bin erstaunt. Es sieht sehr voll aus, in der Mitte steht eine Art Bartisch an dem viele Leute ein DIN A5 Blatt ausfüllen. Die Schilder sind relativ verwirrend und ich frage mich, wie das hier funktioniert.
Wir haben keinen Schimmer, wie wir das Touristenvisum bekommen sollen. (Immerhin hat das mit dem Beantragen von einem Visum nicht geklappt, da jemand das E-Mail Konto gehackt hatte und mit dem Geld dann abgehauen war.) Als ich einen Mitarbeiter frage, sagt er mir, dass wir das Formular ausfüllen müssen. Ich frage, wo wir das bekommen und er zeigt in den Raum den wir soeben durchquert haben und meint „Da“. Bloß nicht zu viele Informationen preisgeben. Nach langem Suchen und Herumfragen – was sich als sehr schwierig herausstellt, da nur die wenigsten Englisch verstehen – kommt eine Frau mit neuen Formularen. Als ich fast fertig bin, bemerke ich, dass mein Formular keine Rückseite hat. Also für alle die mich besuchen wollen: Am Rand von diesen Bartischen sind Halter angebracht, die das Formular enthalten. Achtet dabei darauf, dass euer Formular eine Rückseite hat! Mit dem ausgefüllten Formular geht es dann zum Schalter hinter dem ein weiterer Mitarbeiter sitzt. Man muss in eine Kamera gucken und seine Finger scannen lassen. Doch das sagen sie nicht einfach. Ich bekomme das Gefühl, dass es sich hier um sehr sprechfaule Leute handelt. Der Mitarbeiter vor mir zeigt nur auf die Kamera und danach auf das Scan-Gerät. Als ich frage mit welcher Hand ich anfangen soll und mit welchem Finger, schüttelt der Mitarbeiter den Kopf und zeigt gelangweilt auf das Gerät. Als ich meinen Daumen drauflegen will, schüttelt er den Kopf genervt und sagt: „Four Fingers.“ Und zeigt erneut auf das Gerät. Endlich verstehe ich. Am Rand von dem kleinen Gerät sind kleine Bilder angebracht, die zeigen wie man die Finger drauflegen soll und von welcher Hand. Die Bilder leuchten in grün auf, sodass man weiß, wann was dran ist. Danach bekomme ich die Anweisung das Visum zu bezahlen. Ich werde zu einem anderen Schalter weitergeleitet, und gebe das Formular, meinen Pass und meine 50$ ab. Dann stelle ich mich zu den anderen, die schon fertig sind, und wir unterhalten uns über die merkwürdige Prozedur. Die Namen der Leute, deren Visum fertig ist, werden ausgerufen (VORSICHT: afrikanische Aussprache) und man bekommt seinen Pass zurück und kann nun sein Gepäck abholen. Wir müssen sehr lange auf unsere Namen warten, aber dafür ist es sehr witzig zu beobachten, was die Mitarbeiter über das Bild und den Namen im Pass denken. Eine Mitarbeiterin ist gut gelaunt und sagt häufig, dass ihr der Name gefällt oder unsere Haare schön sind. Dann werden auch wir aufgerufen und wir holen unser Gepäck und treten hinaus.
Ein ehemaliger Freiwilliger und unsere Mentorin erwarten uns. Wir werden begrüßt und gehen zum Bus. Der „Bus“ sieht zu klein für elf Leute mit jeweils zwei Koffern aus. Doch wir passen gerade so hinein. Wir fahren zu einer Bank, damit wir tansanische Schillinge haben. Daneben ist ein Supermarkt, wo ich mir 1,5L Wasser für 800TSH kaufen kann. Ich werde ermahnt den Beleg zu behalten, da dieser am Ausgang noch einmal abgestempelt wird, damit sie überprüfen können, dass ich den Laden mit den Sachen verlasse, die ich auch bezahlt habe. Was für eine nützliche Weise Arbeitsplätze zu schaffen. (Nach dem der Beleg abgestempelt ist, kann man den auch wegschmeißen.)
Jetzt fahren wir zu unserem Hostel YMCA in Posta, Dar es Salaam.Während wir fahren, bemerke ich, dass die Häuser alle ziemlich heruntergekommen aussehen. Auch sehe ich, das die Ampeln hier quer über der Straße hängen. Aber auf die guckt sowieso keiner.
Wir haben ein Doppelzimmer zu viel und müssen lange verhandeln, damit das Geld sinnvoll ausgegeben bleibt. Dann beziehen wir die Zimmer und wollen uns frisch machen. Überraschung: Plumsklos. Juhu wir Mädels sind begeistert. Ich hab keine Ahnung wo da vorne und hinten ist und finde es äußerst anstrengend in der Hocke zu sitzen. Auch kann ich nicht sagen, dass es hygienisch ist. Es spritzt wie verrückt.
Unsere Mentorin ist gegangen, da am folgenden Tag ein paar Tansanier nach Deutschland aufbrechen, und sie möchte sie zum Flughafen begleiten. Stattdessen sind wir in den Händen vom ehemaligen Freiwilligen und haben eine kleine Belehrung über die Sicherheit in Tansania mit Erfahrungen vom Freiwilligen. Danach wollen wir essen gehen. Wir verabreden uns in einer Stunde wieder zutreffen, um uns noch ein bisschen einzurichten.
Ich bin in einem Dreier Zimmer und da ist es schwer die Koffer zu öffnen und so fragt meine Bettnachbarin: „Was brauche ich und wo zum Teufel ist das?“ Wir lachen. Nach einer Stunde treffen wir uns an der Rezeption und gehen ein kurzes Stück und kommen an einer Art Biergarten an. Uns wird gesagt, dass wir mit den Händen essen werden: erfreutes Schweigen. Wir können unsere Hände mit abgekochtem Wasser waschen und ich habe ein reine Gewissen. Pommes und Hähnchen kommen und jetzt macht es erst recht Sinn, mit den Fingern zu essen. Die Knochen sind halt noch darin, da man hat keine Masthähnchen vor sich hat, sondern eher die Hausaufzucht von nebenan.
Als wir fast fertig mit dem Essen sind und ich denke, dass wir einfach nur noch Zahlen und zurückgehen, macht es Krach. Ein Auto ist gegen das Eingangstor gefahren und hat eine ordentliche Beule abbekommen. Noch bevor die ersten Kameras einsatzbereit sind, um die Szenerie einzufangen, fährt es davon. Als wir gehen, sehe ich, dass das Tor so verbogen ist, dass es nicht geschlossen werden kann.
Auf dem Rückweg kaufen wir uns alle noch eine große Flasche Wasser und gehen uns im Hostel fertig machen. Mit dem Wasser putze ich mir die Zähne und danach gehe ich mich umziehen und ins Bett. Wir sind zwar froh, dass wir ein Moskitonetz bereitgestellt bekommen haben, aber es ist doch nervig, dass es keinen Eingang gibt, sondern dass man das Netz komplett anheben muss, um darunter durch ins Bett zukommen.
Jetzt würde ich gerne von meinem ersten Tag Berichten, da dieser wahrscheinlich für alle am wichtigsten ist und vermutlich schonmal das meiste erklärt.
Es ist 02:16 als ich im Flugzeug aus meinem Schlaf erwache. Ich bin nun schon seit 4std in der Luft und kann es immer noch nicht fassen, dass ich erst in einem Jahr zurückkommen werde. Das letzte, was ich von Deutschland sehen konnte, waren die Lichter. Verständlich natürlich, da es 22:05 war, als ich los geflogen bin. Das Frühstück lässt nicht lange auf sich warten. Zwar etwas merkwürdig um diese Zeit zu frühstücken, aber viel später geht es auch nicht, da wir gegen 05:45 in Äthiopien landen sollen. Ich gucke eine Folge The Big Bang Theory und versuche mir beim Toilettengang die Beine zu vertreten. Dann geht es auch schon in den Landeanflug. Natürlich kann ich auch hier erstmal nur Lichter sehen.
Nach dem Aussteigen warte ich auf die anderen, immerhin sind wir elf und haben alle unsere erste Afrika-Erfahrung vor uns. Kaum sind wir vollständig und haben zwei Schritte getätigt, werden die ersten Fotos geschossen. Gottseidank hält unser Flugzeug still, denn wir hätten das Bild vor Müdigkeit verwackelt, da wir nicht so viel Schlaf bekommen haben.
Wir folgen den Schildern mit der Aufschrift: Connecting Passengers. Wir suchen unser Gate (Ich weiß, zu viele Anglizismen für meine Verhältnisse, aber keine Sorge, ich werde, vermutlich demnächst den Blog auf Englisch weiterführen, damit alle mitlesen können.) und setzen und legen uns auf die Bänke davor. Hier dürfen wir nun vier Stunden auf unseren Anschlussflug warten.
Mir gegenüber sitzen zwei Männern, die anscheinend beten. Beide haben ein Buch in den Händen und lesen eifrig. Dabei blättern sie in die für mich falsche Richtung. Doch was mich am meisten verwirrt sind die Lederriemen. Beide haben einen Lederriemen um den Kopf mit einem Quadrat daran, welches auf dem Scheitel sitzt. Der jeweils linke Ärmel von beiden Männern ist bis über den Ellenbogen hochgekrempelt und über der nackten Haut erstreckt sich ein anderer Lederriemen. Dieser wurde unzählige Male um den Unterarm gewickelt von Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen. Ich frage mich, ob die Blutzirkulation so nicht unterbrochen wird. Auch dieser Lederriemen ist mit einem Quadrat versehen. Zusätzlich zu den Lederriemen tragen die beiden Männern noch eine Art Kopftuch. Es sieht aus wie ein langer weißer Schal, der über die Schultern geht und den Kopf umhüllt. (Von hinten sieht es allerdings aus wie eine Gardine.)
Als ich mich einmal genauer umsehe, sehe ich eine Frau, die ihr Handgepäck auf dem Kopf balanciert. Das habe ich in Afrika erwartet, allerdings bewundere ich die Tatsache, dass die Frau ihre Arme nicht zur Stabilisierung hochhält.
Die anderen haben sich jetzt eingerichtet und der erste schläft schon. Ich bin froh, dass ich ein Kissen dabei habe, denn die Bank ist äußerst unbequem und so tut der Kopf danach nicht weh. Aber erstmal kann ich nicht schlafen, also gebe ich mein Kissen weiter. Das verursacht Gelächter, da mein Kopfkissen Kopfkissen, Kuscheltier und Nackenrolle zugleich ist. Aber der, der es bekommt, merkt schnell wie bequem es ist und ist dankbar. Ich gehe mit ein paar Mädels zur Toilette. Dabei merke ich, dass nicht nur die Toiletten ausgeschildert sind, sondern auch die Gebetsräume. Auf eine freie Toilette muss ich nicht lange warten, dafür aber doppelt solange auf ein freies Waschbecken. Die Frauen schminken sich nochmal (Deswegen dauert das auf der Toilette immer solange Jungs. Also hört auf zu fragen und euch zu wundern, sondern seid dankbar, dass eure Freundin gut für euch aussehen will.) und dann hebt eine Frau ihr Bein auf einmal in das Becken. Ich bin leicht verwundert. Ihre Nachbarin tut es ihr gleich, sogar das Kopftuch wird einmal abgenommen, um das Haar mit Wasser zu benetzen. Als ich aus der Toilette komme und an den „Gebetsräumen“ vorbeigehe, realisiere ich, dass die Frauen wahrscheinlich auf dem Weg zum Gebet waren. Die „Gebetsräume“ sehen für mich aus, wie Besen- oder Abstellkammern. Das kommt mir nicht gerecht vor, da immerhin da 30 Leute gerade in ein so einem Ding sitzen. (Die Gebetsräume sind in Geschlechter aufgeteilt.)
Da wir nun einmal unsere Beine bewegt haben, bemerken wir erst jetzt den Auslauf, den wir brauchen und machen uns auf zu einem schönen Spaziergang. Zum Abschluss, wollen wir uns ein Wasser kaufen und meine Freundin mag noch eine Kaffee trinken. Als wir uns für ein Café entschieden haben, fragen wir einen Bediensteten, ob wir hier ein Wasser und einen Kaffee bekommen können. Wir werden zur Kasse geleitet, zahlen und werden zurück zu dem Typen geleitet, um unser Wasser zu bekommen. Das ist ja auch überhaupt nicht umständlich! (Sarkasmus) Der Kaffee dauert noch ein Minütchen und als eine Kellnerin kommt, sagt sie zu meiner Freundin, die feuerrote Haare hat: „Your hair is amazing.“ Sie fühlt sich geehrt und ich kann nicht anders, als die Situation als süß zu bezeichnen.
Als wir zurück zu den Bänken gehen, sehe ich, dass die Jungs unserem Beispiel gefolgt sind und nun ebenfalls eine Runde drehen. Wir setzen uns hin und machen es uns so gemütlich wie es nur geht. (Ich sehe mein Kissen unter dem Kopf von einem anderen Freiwilligen und freue mich, dass es hilfreich ist.) Von unserem Platz aus können wir die Kontrolle beobachten, die durchgeführt wird, bevor die Leute in den Wartebereich können. In der Schlange sehe ich eine Frau in Burka anstehen. Ich frage mich wie das Passfoto wohl aussieht und wie das kontrolliert wird und wie das generell funktioniert... Mein Kissen wird frei und ich mache es mir gemütlich und lege ein Nickerchen ein.
Als wir zum Flugzeug gehen, hole ich mein Ticket heraus und merke, dass bei mir „MR“ draufsteht. WOW. Also ich bin gewohnt, dass mein Name falsch ausgesprochen wird, aber das ist neu.
Wir steigen in einen Bus, der uns zum Flugzeug bringen soll. Als wir vor dem Flugzeug halten und aussteigen, ist das erste was ich sehen kann ein Flugzeugwrack. Wie ermutigend. Im Flugzeug läuft der Film „Zoomania“ und wir haben gute Laune. Dann: Der erste Schritt auf tansanischem Boden.
Wir betreten den Flughafen und ich bin erstaunt. Es sieht sehr voll aus, in der Mitte steht eine Art Bartisch an dem viele Leute ein DIN A5 Blatt ausfüllen. Die Schilder sind relativ verwirrend und ich frage mich, wie das hier funktioniert.
Wir haben keinen Schimmer, wie wir das Touristenvisum bekommen sollen. (Immerhin hat das mit dem Beantragen von einem Visum nicht geklappt, da jemand das E-Mail Konto gehackt hatte und mit dem Geld dann abgehauen war.) Als ich einen Mitarbeiter frage, sagt er mir, dass wir das Formular ausfüllen müssen. Ich frage, wo wir das bekommen und er zeigt in den Raum den wir soeben durchquert haben und meint „Da“. Bloß nicht zu viele Informationen preisgeben. Nach langem Suchen und Herumfragen – was sich als sehr schwierig herausstellt, da nur die wenigsten Englisch verstehen – kommt eine Frau mit neuen Formularen. Als ich fast fertig bin, bemerke ich, dass mein Formular keine Rückseite hat. Also für alle die mich besuchen wollen: Am Rand von diesen Bartischen sind Halter angebracht, die das Formular enthalten. Achtet dabei darauf, dass euer Formular eine Rückseite hat! Mit dem ausgefüllten Formular geht es dann zum Schalter hinter dem ein weiterer Mitarbeiter sitzt. Man muss in eine Kamera gucken und seine Finger scannen lassen. Doch das sagen sie nicht einfach. Ich bekomme das Gefühl, dass es sich hier um sehr sprechfaule Leute handelt. Der Mitarbeiter vor mir zeigt nur auf die Kamera und danach auf das Scan-Gerät. Als ich frage mit welcher Hand ich anfangen soll und mit welchem Finger, schüttelt der Mitarbeiter den Kopf und zeigt gelangweilt auf das Gerät. Als ich meinen Daumen drauflegen will, schüttelt er den Kopf genervt und sagt: „Four Fingers.“ Und zeigt erneut auf das Gerät. Endlich verstehe ich. Am Rand von dem kleinen Gerät sind kleine Bilder angebracht, die zeigen wie man die Finger drauflegen soll und von welcher Hand. Die Bilder leuchten in grün auf, sodass man weiß, wann was dran ist. Danach bekomme ich die Anweisung das Visum zu bezahlen. Ich werde zu einem anderen Schalter weitergeleitet, und gebe das Formular, meinen Pass und meine 50$ ab. Dann stelle ich mich zu den anderen, die schon fertig sind, und wir unterhalten uns über die merkwürdige Prozedur. Die Namen der Leute, deren Visum fertig ist, werden ausgerufen (VORSICHT: afrikanische Aussprache) und man bekommt seinen Pass zurück und kann nun sein Gepäck abholen. Wir müssen sehr lange auf unsere Namen warten, aber dafür ist es sehr witzig zu beobachten, was die Mitarbeiter über das Bild und den Namen im Pass denken. Eine Mitarbeiterin ist gut gelaunt und sagt häufig, dass ihr der Name gefällt oder unsere Haare schön sind. Dann werden auch wir aufgerufen und wir holen unser Gepäck und treten hinaus.
Ein ehemaliger Freiwilliger und unsere Mentorin erwarten uns. Wir werden begrüßt und gehen zum Bus. Der „Bus“ sieht zu klein für elf Leute mit jeweils zwei Koffern aus. Doch wir passen gerade so hinein. Wir fahren zu einer Bank, damit wir tansanische Schillinge haben. Daneben ist ein Supermarkt, wo ich mir 1,5L Wasser für 800TSH kaufen kann. Ich werde ermahnt den Beleg zu behalten, da dieser am Ausgang noch einmal abgestempelt wird, damit sie überprüfen können, dass ich den Laden mit den Sachen verlasse, die ich auch bezahlt habe. Was für eine nützliche Weise Arbeitsplätze zu schaffen. (Nach dem der Beleg abgestempelt ist, kann man den auch wegschmeißen.)
Jetzt fahren wir zu unserem Hostel YMCA in Posta, Dar es Salaam.Während wir fahren, bemerke ich, dass die Häuser alle ziemlich heruntergekommen aussehen. Auch sehe ich, das die Ampeln hier quer über der Straße hängen. Aber auf die guckt sowieso keiner.
Wir haben ein Doppelzimmer zu viel und müssen lange verhandeln, damit das Geld sinnvoll ausgegeben bleibt. Dann beziehen wir die Zimmer und wollen uns frisch machen. Überraschung: Plumsklos. Juhu wir Mädels sind begeistert. Ich hab keine Ahnung wo da vorne und hinten ist und finde es äußerst anstrengend in der Hocke zu sitzen. Auch kann ich nicht sagen, dass es hygienisch ist. Es spritzt wie verrückt.
Unsere Mentorin ist gegangen, da am folgenden Tag ein paar Tansanier nach Deutschland aufbrechen, und sie möchte sie zum Flughafen begleiten. Stattdessen sind wir in den Händen vom ehemaligen Freiwilligen und haben eine kleine Belehrung über die Sicherheit in Tansania mit Erfahrungen vom Freiwilligen. Danach wollen wir essen gehen. Wir verabreden uns in einer Stunde wieder zutreffen, um uns noch ein bisschen einzurichten.
Ich bin in einem Dreier Zimmer und da ist es schwer die Koffer zu öffnen und so fragt meine Bettnachbarin: „Was brauche ich und wo zum Teufel ist das?“ Wir lachen. Nach einer Stunde treffen wir uns an der Rezeption und gehen ein kurzes Stück und kommen an einer Art Biergarten an. Uns wird gesagt, dass wir mit den Händen essen werden: erfreutes Schweigen. Wir können unsere Hände mit abgekochtem Wasser waschen und ich habe ein reine Gewissen. Pommes und Hähnchen kommen und jetzt macht es erst recht Sinn, mit den Fingern zu essen. Die Knochen sind halt noch darin, da man hat keine Masthähnchen vor sich hat, sondern eher die Hausaufzucht von nebenan.
Als wir fast fertig mit dem Essen sind und ich denke, dass wir einfach nur noch Zahlen und zurückgehen, macht es Krach. Ein Auto ist gegen das Eingangstor gefahren und hat eine ordentliche Beule abbekommen. Noch bevor die ersten Kameras einsatzbereit sind, um die Szenerie einzufangen, fährt es davon. Als wir gehen, sehe ich, dass das Tor so verbogen ist, dass es nicht geschlossen werden kann.
Auf dem Rückweg kaufen wir uns alle noch eine große Flasche Wasser und gehen uns im Hostel fertig machen. Mit dem Wasser putze ich mir die Zähne und danach gehe ich mich umziehen und ins Bett. Wir sind zwar froh, dass wir ein Moskitonetz bereitgestellt bekommen haben, aber es ist doch nervig, dass es keinen Eingang gibt, sondern dass man das Netz komplett anheben muss, um darunter durch ins Bett zukommen.
Aug 26, 2016
Tag 8: Kilometerbegrenzung von Schuhen
Auf der heutigen Busfahrt sehe ich Wasserbüffel baden. Ich habe mich bisher an Affen, Kühe und Hunde gewöhnt, aber noch nicht an die Wasserbüffel. Diese sind mir doch für meinen Geschmack zu groß und mächtig, als dass ich ruhigen Gewissens daran vorbei gehen kann.
Dann halten wir an einem Gewerbehaus, unser Reiseführer meint, dass es einzigartig ist. Sieht von außen nicht gerade viel versprechend aus – außer man ist auf der Suche nach Staub. Drinnen fällt mir allerdings die Kinnlade runter. Eine riesige Sammlung erstreckt sich vor meinen Augen. Tierskulpturen die mir bis zur Brust reichen, Schachbretter 1,20m x1,20m und noch viel mehr Skulpturen und sogar ein kleiner Torbogen. Wir werden bis nach ganz hinten durchgewinkt. Ich hab das Gefühl in einer Museumssammlung zu stehen. Auf einmal verschwinden die ersten Köpfe meiner Reisegruppe hinter einem Regal. Eine Treppe erstreckt sich dahinter und führt in die Teppichsammlung hinunter. So viele Teppiche und Stoffe habe ich noch nie auf einem Fleck gesehen. Wir gehen weiter, denn im Untergeschoss ist genauso viel Platz wie im Obergeschoss und die Höhe wird deutlich effektiver ausgenutzt als oben, weswegen es hier auch deutlich beeindruckender wirkt, denn die Teppiche, Stoffbahnen und Tücher sind bis an die Decke gestapelt. Ich frage mich, wie sie hier eine Inventur machen...
Wir werden in ein kleines Vorstellungszimmer geführt, wo eine Bank ringsum geht. Der Geschäftsführer kommt herein und erzählt – auf Deutsch – von seinem Laden. 9.000 Familien arbeiten für den Geschäftsmann, der in die ganze Welt exportiert. Seine Exponate landen in Luxusgeschäften in Frankreich und Italien, wo wir sie für mehrere tausend Euro kaufen können. Doch heute hier und jetzt kriegen wir die Stücke für ein paar Hundert Euro. Er lässt sich eine Decke von seinem Kollegen reichen, und sie schütteln sie zusammen auf. Er zeigt uns, dass die Decke so schön schimmert und von vorne und von hintern ein perfekt sitzendes Muster hat. Damit wir ihm auch glauben, dass seine Stücke in Frankreich von einem Luxuslabel verkauft werden, reicht er mir eine Zeitschrift mit einem Foto von seinem Bruder mit derselben Decke, die auch gerade vor uns liegt. Darunter steht ein kleiner Text zu dem Laden, da der Text auf Deutsch ist, soll ich ihn vorlesen. Danach verbeugt er sich vor mir und sagt, ich spreche gut Deutsch. Wir lachen alle, gerade nach einer Woche ist unsere Reisegruppe schon gut zusammengewachsen. So geht das anderthalb Stunden. Wir bekommen immer eine neue Decke gezeigt und die wird auf dem Boden abgelegt so, dass wir die vorherige Decke noch gut sehen können. Zwischendurch gab es eine Besonderheit. Eine Decke aus Jack-Wolle ist wasserundurchlässig, um uns das zu beweisen, schüttet er eine halbe Wasserflasche darauf aus und mit seinem Kollegen bewegt er die Decke so, dass die Pfütze balanciert wird. Das ist schon echt spannend.
Meine Begleiterin und ich haben uns in zwei Schals/Decken (2mx2m) verliebt jeder von uns bekommt einen und von den Tüchern nehmen wir auch noch ein paar mit. Danach sagen einige, wir hätten zugeschlagen, aber unsere knapp 4kg, sind doch gar nichts. Andere haben aus unserer Gruppe 13kg eingekauft.
Wieder im Bus sind wir fast alle um Geld erleichtert und um Kilogramm erschwert. Als wir nach einer halben Stunde im Hotel ankommen, haben wir die beste Begrüßung, die wir bisher hatten: Ein Trommler spielt, eine Frau steht in dem Raum über dem Torbogen und bestreut uns mit Blütenblättern und eine andere Frau macht uns einen typisch indischen Punkt auf die Stirn. Also wirklich die beste Begrüßung bisher. Durch den Torbogen hindurch: WOW. Staunen. Ein kleines Schloss zur linken und ein niedliches Hotel geradeaus und rechts. Ein Willkommens-Selfie ist mir jetzt aber wichtig.
Unser Zimmer ist in einer Art Türmchen, wahnsinnig schön mit Balkon. Im Badezimmer befinden sich zwei Duschen, eine hat ein verschobenes Dach, sodass man den Himmel noch sehen kann, aber es könnte nicht hineinregnen. Wir sind nicht gerade unbeeindruckt. Ich gehe los auf die Suche vom Schwimmbad. Eine kleine Abkühlung tut gut. Kaum geschwommen, kommt ein Hotelangestellter und bietet mir Getränke an – was für ein Service.
Beim Abendessen sprechen wir über den gestrigen und heutigen Tag. Einige haben sich im „Schlosshof“ Schuhe gekauft, weil die Schuhe nach der gestrigen Leistung auseinander gegangen sind. Irgendwie kommt einer auf den Spruch: „Schuhe mit Kilometerbegrenzung“ und dass die Schuhreperateure nur darauf warten, dass die Grenze erreicht wird.
Nach dem Abendessen steigen wir noch auf das Schlossdach und beobachten die Fledermäuse.
Dann halten wir an einem Gewerbehaus, unser Reiseführer meint, dass es einzigartig ist. Sieht von außen nicht gerade viel versprechend aus – außer man ist auf der Suche nach Staub. Drinnen fällt mir allerdings die Kinnlade runter. Eine riesige Sammlung erstreckt sich vor meinen Augen. Tierskulpturen die mir bis zur Brust reichen, Schachbretter 1,20m x1,20m und noch viel mehr Skulpturen und sogar ein kleiner Torbogen. Wir werden bis nach ganz hinten durchgewinkt. Ich hab das Gefühl in einer Museumssammlung zu stehen. Auf einmal verschwinden die ersten Köpfe meiner Reisegruppe hinter einem Regal. Eine Treppe erstreckt sich dahinter und führt in die Teppichsammlung hinunter. So viele Teppiche und Stoffe habe ich noch nie auf einem Fleck gesehen. Wir gehen weiter, denn im Untergeschoss ist genauso viel Platz wie im Obergeschoss und die Höhe wird deutlich effektiver ausgenutzt als oben, weswegen es hier auch deutlich beeindruckender wirkt, denn die Teppiche, Stoffbahnen und Tücher sind bis an die Decke gestapelt. Ich frage mich, wie sie hier eine Inventur machen...
Wir werden in ein kleines Vorstellungszimmer geführt, wo eine Bank ringsum geht. Der Geschäftsführer kommt herein und erzählt – auf Deutsch – von seinem Laden. 9.000 Familien arbeiten für den Geschäftsmann, der in die ganze Welt exportiert. Seine Exponate landen in Luxusgeschäften in Frankreich und Italien, wo wir sie für mehrere tausend Euro kaufen können. Doch heute hier und jetzt kriegen wir die Stücke für ein paar Hundert Euro. Er lässt sich eine Decke von seinem Kollegen reichen, und sie schütteln sie zusammen auf. Er zeigt uns, dass die Decke so schön schimmert und von vorne und von hintern ein perfekt sitzendes Muster hat. Damit wir ihm auch glauben, dass seine Stücke in Frankreich von einem Luxuslabel verkauft werden, reicht er mir eine Zeitschrift mit einem Foto von seinem Bruder mit derselben Decke, die auch gerade vor uns liegt. Darunter steht ein kleiner Text zu dem Laden, da der Text auf Deutsch ist, soll ich ihn vorlesen. Danach verbeugt er sich vor mir und sagt, ich spreche gut Deutsch. Wir lachen alle, gerade nach einer Woche ist unsere Reisegruppe schon gut zusammengewachsen. So geht das anderthalb Stunden. Wir bekommen immer eine neue Decke gezeigt und die wird auf dem Boden abgelegt so, dass wir die vorherige Decke noch gut sehen können. Zwischendurch gab es eine Besonderheit. Eine Decke aus Jack-Wolle ist wasserundurchlässig, um uns das zu beweisen, schüttet er eine halbe Wasserflasche darauf aus und mit seinem Kollegen bewegt er die Decke so, dass die Pfütze balanciert wird. Das ist schon echt spannend.
Meine Begleiterin und ich haben uns in zwei Schals/Decken (2mx2m) verliebt jeder von uns bekommt einen und von den Tüchern nehmen wir auch noch ein paar mit. Danach sagen einige, wir hätten zugeschlagen, aber unsere knapp 4kg, sind doch gar nichts. Andere haben aus unserer Gruppe 13kg eingekauft.
Wieder im Bus sind wir fast alle um Geld erleichtert und um Kilogramm erschwert. Als wir nach einer halben Stunde im Hotel ankommen, haben wir die beste Begrüßung, die wir bisher hatten: Ein Trommler spielt, eine Frau steht in dem Raum über dem Torbogen und bestreut uns mit Blütenblättern und eine andere Frau macht uns einen typisch indischen Punkt auf die Stirn. Also wirklich die beste Begrüßung bisher. Durch den Torbogen hindurch: WOW. Staunen. Ein kleines Schloss zur linken und ein niedliches Hotel geradeaus und rechts. Ein Willkommens-Selfie ist mir jetzt aber wichtig.
Unser Zimmer ist in einer Art Türmchen, wahnsinnig schön mit Balkon. Im Badezimmer befinden sich zwei Duschen, eine hat ein verschobenes Dach, sodass man den Himmel noch sehen kann, aber es könnte nicht hineinregnen. Wir sind nicht gerade unbeeindruckt. Ich gehe los auf die Suche vom Schwimmbad. Eine kleine Abkühlung tut gut. Kaum geschwommen, kommt ein Hotelangestellter und bietet mir Getränke an – was für ein Service.
Beim Abendessen sprechen wir über den gestrigen und heutigen Tag. Einige haben sich im „Schlosshof“ Schuhe gekauft, weil die Schuhe nach der gestrigen Leistung auseinander gegangen sind. Irgendwie kommt einer auf den Spruch: „Schuhe mit Kilometerbegrenzung“ und dass die Schuhreperateure nur darauf warten, dass die Grenze erreicht wird.
Nach dem Abendessen steigen wir noch auf das Schlossdach und beobachten die Fledermäuse.
Aug 24, 2016
Tag 7: "Bed sheet size – one wife ok!"
Wir hatten eine erholsame Nacht, aber andere wurden von ihrer Klimaanlage wach gehalten. Am frühen Morgen haben mich die Rufe von Pfauen, Hunden, Fröschen, Katzen und Gänsen geweckt, aber ich konnte danach noch einmal den Schlaf finden. Auf der Morgentoilette stellen wir fest, dass die neue Klopapierrolle vom Vorabend schon leer ist. Als ich eine neue nehme, stelle ich fest, dass nur ca. 1/3 von der gewöhnlichen Menge an Klopapier dran ist. Dafür, dass wir in Indien an jeder Raststelle portioniertes Toilettenpapier erhalten und in jedem Hotel für Sparmaßnahmen geworben wird, ist es nachteilig eine recycelte Papierrolle für dieses bisschen Papier zu erstellen. Das ist noch nicht alles, das indische Toilettenpapier ist ungefähr alle 60cm perforiert, aber das ist einmal kaum zu sehen und zum anderen ist es auch egal, weil das Papier sowieso so reißt wie es ihm gerade passt. Dann besteht das „Papier“ auch noch nicht aus Papier, sondern eher aus einem Plastik-Papier-Gemisch, welches sehr „schwer“ ist, was den Abgang an geht. Der Spülkasten muss leer laufen, damit das Papier Auf-Wiedersehen winkt. (Sehr sparsam...)
Nach einem leckeren Frühstück geht es in den Bus, uns erwarten heute vier Stunden Festungsbesichtigung. Als wir dort ankommen, fahren wir schon an den ersten Geschäften vorbei. Eines verkauft Tagesdecken und auf einem Ausstellungsstück ist ein Zettel angebracht: „Bed sheet size – one wife ok.“ Ich muss lachen und die um mich herum ebenso. Kaum sind wir aus dem Bus ausgestiegen, sind wir von den ersten Straßenverkäufern umzingelt. Eigentlich wollen wir Fotos von der schönen Festung machen, aber die Verkäufer verdecken die Sicht und bleiben beharrlich stehen. Meine Taktik möglichst nicht reagieren, doch das sind manche Verkäufer bereits gewöhnt und haben ihre eigene Taktik, dir auf den Keks zu gehen, doch bei anderen reicht das schon aus. Bei denen wo es nicht ausreicht: Augenkontakt vermeiden, Nein sagen und die Handfläche ihnen entgegenstrecken und sie notfalls wegschieben. Will man etwas kaufen so kann man sich merken: man kann immer Handeln. Wer sagt, dass er später vielleicht doch was haben will, hat sich in die Defensive drängen lassen und wird es später bereuen, auch wenn es zunächst den Anschein macht, dass der Straßenverkäufer ihn in Ruhe lässt.
Durch die helle Hautfarbe fällt man als Tourist wahnsinnig schnell auf und schon folgt unserer Gruppe eine Handvoll Männer – das ist nicht sexistisch, sondern die Wahrheit, da es in Indien wesentlich mehr Männer als Frauen gibt. Zunächst sind wir verwirrt, doch dann verstehen wir aus den paar Brocken Englisch, dass sie Schuhe reparieren und bei Gruppen meist der ein oder andere nach zwei Stunden doch kaputt geht.
Die Gassen, der Festung sind meiner Meinung nach, schmal gebaut, so dass ein Auto gerade so an den Geschäftsständen vorbeikommen kann. Die Motorradfahrer fahren auch hier und hupen die Touristen aus ihrem Weg. Um die Mittagszeit steht die Sonne fast im Zenit, und ich überlege mich mit Sonnencreme einzucremen, doch meine Begleiterin meint: „Die rutscht doch ab!“ Wir müssen lachen.
Nach dem wir eine halbe Stunde die Geschäfte in den Gassen bestaunt haben und auch die Tatsache, dass an den merkwürdigsten Ecken sogar Kühe stehen, brauchen wir eine Pause. In einem süßen Café setzen wir uns in den Innenhof. Die Insekten, die durch die zuckersüßen Getränke angelockt werden, nerven mich. Doch schnell verstehe ich, dass Schwitzen seine Vorteile hat. Die Insekten ertrinken im Schweiß. (Ich muss dringend duschen gehen!) Als wir uns so langsam dem Ende der Besichtigung neigen, sehe ich ein Oberteil auf dem steht: I don't do drugs I am the drug! Der Spruch gefällt mir.
Wieder im Hotel angelangt, heißt es umziehen und eine Runde schwimmen gehen. Eine Abkühlung ist genau das, was ich jetzt brauche. Doch nach zu kurzer Erholung kommt das nächste gebuchte Abenteuer: eine Jeep-Safari zu den Sanddünen, wo wir auf einem Kamel reiten werden. (Nein, ich beklage mich nicht. Es ist manchmal einfach anstrengend, alles erleben zu wollen.)
Der Jeep fährt wahnsinnig schnell, so schnell, dass man, wenn man in Fahrtrichtung guckt, die Augen nicht auf machen kann. Die Einheimischen winken uns zu. Ein Junge läuft uns bis zu den Kamelen hinterher. Während wir uns von der Sonne unsere Urlaubsbräune verpassen lassen, müssen die Dorfbewohner hier ihre Arbeit erledigen. Unter der brühend heißen Wüstensonne, ohne den Fahrtwind vom Jeep. Wir beobachten ein paar Ziegen, wie sie sich auf die Hinterbeine stellen, um an den Bäumen noch ein paar Blätter zu naschen.
Als wir bei den Kamelen ankommen, haben wir mehr Respekt als vorher, vor den großen Tieren, die nun zum Knien gezwungen werden. Eine Art Schraube ist durch ihre Nase gebohrt, woran die Zügel befestigt werden. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen.
Ich sitze auf, in den vorderen Teil des Sattels, hinter mir meine Begleiterin. Wir sollen uns nach hinten lehnen und schon erwarten wir den „Auffahrunfall ohne Kopfstütze“ wie er im Reiseführer beschrieben ist. Doch er kommt nicht. Nach hinten lehnen hat wirklich geholfen, und das Aufstehen vom Kamel (eigentlich Dromedar, aber das interessiert, die Leute hier nicht so) haben wir nicht als unangenehm empfunden. Unsere Tour durch die Sanddünen geht los.
Wir machen Fotos voneinander und bewundern die Landschaft, von einem neuen Blickwinkel. Dann bleiben wir stehen. Wir sind verwirrt. Vor uns hat ein Kamelführer angehalten um den Sand zu prüfen, ob wir die Dünen hinaufkommen mit den Kamelen. Es ist schon schräg – im wahrsten Sinne des Wortes – mit einem Kamel einen Sandhügel hinauf zu kommen. Mit Nach-Hinten-Lehnen und alles genießen funktioniert es ganz gut. Doch dann parallel zum Abhang gehen, verpasst dem Kamel doch einen Rechtsdrall und das ganze wird noch aufregender als es ohnehin schon ist.
Nach dem Kamelritt geht es wieder mit dem Jeep zurück zum Hotel, und ich sehe eine einsame tote Kuh in der Wüste – sie bleibt jedoch nicht lange allein. Im Hotel gibt es ein leckeres Abendessen und nach einer herrlichen Dusche falle ich in den Tiefschlaf.
Nach einem leckeren Frühstück geht es in den Bus, uns erwarten heute vier Stunden Festungsbesichtigung. Als wir dort ankommen, fahren wir schon an den ersten Geschäften vorbei. Eines verkauft Tagesdecken und auf einem Ausstellungsstück ist ein Zettel angebracht: „Bed sheet size – one wife ok.“ Ich muss lachen und die um mich herum ebenso. Kaum sind wir aus dem Bus ausgestiegen, sind wir von den ersten Straßenverkäufern umzingelt. Eigentlich wollen wir Fotos von der schönen Festung machen, aber die Verkäufer verdecken die Sicht und bleiben beharrlich stehen. Meine Taktik möglichst nicht reagieren, doch das sind manche Verkäufer bereits gewöhnt und haben ihre eigene Taktik, dir auf den Keks zu gehen, doch bei anderen reicht das schon aus. Bei denen wo es nicht ausreicht: Augenkontakt vermeiden, Nein sagen und die Handfläche ihnen entgegenstrecken und sie notfalls wegschieben. Will man etwas kaufen so kann man sich merken: man kann immer Handeln. Wer sagt, dass er später vielleicht doch was haben will, hat sich in die Defensive drängen lassen und wird es später bereuen, auch wenn es zunächst den Anschein macht, dass der Straßenverkäufer ihn in Ruhe lässt.
Durch die helle Hautfarbe fällt man als Tourist wahnsinnig schnell auf und schon folgt unserer Gruppe eine Handvoll Männer – das ist nicht sexistisch, sondern die Wahrheit, da es in Indien wesentlich mehr Männer als Frauen gibt. Zunächst sind wir verwirrt, doch dann verstehen wir aus den paar Brocken Englisch, dass sie Schuhe reparieren und bei Gruppen meist der ein oder andere nach zwei Stunden doch kaputt geht.
Die Gassen, der Festung sind meiner Meinung nach, schmal gebaut, so dass ein Auto gerade so an den Geschäftsständen vorbeikommen kann. Die Motorradfahrer fahren auch hier und hupen die Touristen aus ihrem Weg. Um die Mittagszeit steht die Sonne fast im Zenit, und ich überlege mich mit Sonnencreme einzucremen, doch meine Begleiterin meint: „Die rutscht doch ab!“ Wir müssen lachen.
Nach dem wir eine halbe Stunde die Geschäfte in den Gassen bestaunt haben und auch die Tatsache, dass an den merkwürdigsten Ecken sogar Kühe stehen, brauchen wir eine Pause. In einem süßen Café setzen wir uns in den Innenhof. Die Insekten, die durch die zuckersüßen Getränke angelockt werden, nerven mich. Doch schnell verstehe ich, dass Schwitzen seine Vorteile hat. Die Insekten ertrinken im Schweiß. (Ich muss dringend duschen gehen!) Als wir uns so langsam dem Ende der Besichtigung neigen, sehe ich ein Oberteil auf dem steht: I don't do drugs I am the drug! Der Spruch gefällt mir.
Wieder im Hotel angelangt, heißt es umziehen und eine Runde schwimmen gehen. Eine Abkühlung ist genau das, was ich jetzt brauche. Doch nach zu kurzer Erholung kommt das nächste gebuchte Abenteuer: eine Jeep-Safari zu den Sanddünen, wo wir auf einem Kamel reiten werden. (Nein, ich beklage mich nicht. Es ist manchmal einfach anstrengend, alles erleben zu wollen.)
Der Jeep fährt wahnsinnig schnell, so schnell, dass man, wenn man in Fahrtrichtung guckt, die Augen nicht auf machen kann. Die Einheimischen winken uns zu. Ein Junge läuft uns bis zu den Kamelen hinterher. Während wir uns von der Sonne unsere Urlaubsbräune verpassen lassen, müssen die Dorfbewohner hier ihre Arbeit erledigen. Unter der brühend heißen Wüstensonne, ohne den Fahrtwind vom Jeep. Wir beobachten ein paar Ziegen, wie sie sich auf die Hinterbeine stellen, um an den Bäumen noch ein paar Blätter zu naschen.
Als wir bei den Kamelen ankommen, haben wir mehr Respekt als vorher, vor den großen Tieren, die nun zum Knien gezwungen werden. Eine Art Schraube ist durch ihre Nase gebohrt, woran die Zügel befestigt werden. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen.
Ich sitze auf, in den vorderen Teil des Sattels, hinter mir meine Begleiterin. Wir sollen uns nach hinten lehnen und schon erwarten wir den „Auffahrunfall ohne Kopfstütze“ wie er im Reiseführer beschrieben ist. Doch er kommt nicht. Nach hinten lehnen hat wirklich geholfen, und das Aufstehen vom Kamel (eigentlich Dromedar, aber das interessiert, die Leute hier nicht so) haben wir nicht als unangenehm empfunden. Unsere Tour durch die Sanddünen geht los.
Wir machen Fotos voneinander und bewundern die Landschaft, von einem neuen Blickwinkel. Dann bleiben wir stehen. Wir sind verwirrt. Vor uns hat ein Kamelführer angehalten um den Sand zu prüfen, ob wir die Dünen hinaufkommen mit den Kamelen. Es ist schon schräg – im wahrsten Sinne des Wortes – mit einem Kamel einen Sandhügel hinauf zu kommen. Mit Nach-Hinten-Lehnen und alles genießen funktioniert es ganz gut. Doch dann parallel zum Abhang gehen, verpasst dem Kamel doch einen Rechtsdrall und das ganze wird noch aufregender als es ohnehin schon ist.
Nach dem Kamelritt geht es wieder mit dem Jeep zurück zum Hotel, und ich sehe eine einsame tote Kuh in der Wüste – sie bleibt jedoch nicht lange allein. Im Hotel gibt es ein leckeres Abendessen und nach einer herrlichen Dusche falle ich in den Tiefschlaf.
Tag 6: Am Arsch von mitten im Nirgendwo
Heute sind wir acht Stunden nach Jaisalmer gefahren, die eigentlich nur sechs Stunden hätte dauern sollen. Uns alle beschleicht so langsam das Gefühl, dass in Indien die Zeit anders gezählt wird als bei uns in Deutschland. Meine Theorie lautet, es ist die Angabe von Toilettenpausen.
Wir fahren nun in das Herz der Wüste hinein, und nach dem ich zwei Stunden lang keine Zivilisation gesehen habe, dafür aber die ersten Kühe, die tot in der Wüste liegen, verlässt mich die Hoffnung, dass es hier eine Klimaanlage gibt. Gerade die Aussicht auf zwei Nächte in einem Natur Reservat in dieser Gegend hellt meine Stimmung nicht auf. Als unser Reiseführer dann sagt, wir übernachten auf einem Bauernhof, stelle ich mich darauf ein, in einer Lehmhütte zu übernachten. Als wir endlich drei Häuser sehen, fällt mir nichts Besseres ein als: „Wir sind nicht am Arsch der Welt, sondern am Arsch von mitten im Nirgendwo.“ zu sagen.
Doch als wir sehen, dass wir ein echtes Backsteingebäude haben und nicht etwa eine Lehmhütte, steigt unsere Laune schon mal erheblich. (Ihr ging es anscheinend genau wie mir.) Und kaum haben wir unser Zimmer einmal betreten, kann ich nicht leugnen, dass ich mich noch nie zuvor so sehr über eine Klimaanlage gefreut habe. Für mich heißt es jetzt Umziehen und dann nichts wie los zum Schwimmbecken.
(Ich hab endlich rausgefunden Bilder einzusetzen.)
Dann geht es für einige von uns zum gebuchten Kochkurs, doch dieser stellt sich heraus, ist eine 30min Vorstellung, die wir anschließend aufessen dürfen. Naja... wenigstens lecker. Dann gibt es Abendessen am Pool, welches – um den Abend noch zu krönen – von einer Live Band begleitet wird. Nach den ersten zwei Musikstücken steht ein Bauchtänzer auf (zuerst denken wir es ist eine Frau, aber wir irren uns) und legt ordentlich los. Ich kann mich kaum noch auf dem Stuhl halten und freue mich schon auf ein Tänzchen. Als ich gegessen habe, gehe ich in einer Musikpause schnell los, um mir ein WLAN Passwort zu kaufen. Doch der Weg zur Rezeption bewegt sich – nein, ich bin nicht betrunken. Um mich herum hüpfen lauter kleine Frösche.
Wieder am Pool steht der Tänzer – Wahnsinn, einem Mann hätte ich nicht so einen Hüftschwung zugetraut – in einem Kreis der Mitreisenden. Ich geselle mich dazu und werde prompt zum Tanz aufgefordert. Ich bin in meinem Element und bekomme Beifall und Lob. Was für ein toller Abend!
Wir fahren nun in das Herz der Wüste hinein, und nach dem ich zwei Stunden lang keine Zivilisation gesehen habe, dafür aber die ersten Kühe, die tot in der Wüste liegen, verlässt mich die Hoffnung, dass es hier eine Klimaanlage gibt. Gerade die Aussicht auf zwei Nächte in einem Natur Reservat in dieser Gegend hellt meine Stimmung nicht auf. Als unser Reiseführer dann sagt, wir übernachten auf einem Bauernhof, stelle ich mich darauf ein, in einer Lehmhütte zu übernachten. Als wir endlich drei Häuser sehen, fällt mir nichts Besseres ein als: „Wir sind nicht am Arsch der Welt, sondern am Arsch von mitten im Nirgendwo.“ zu sagen.
Doch als wir sehen, dass wir ein echtes Backsteingebäude haben und nicht etwa eine Lehmhütte, steigt unsere Laune schon mal erheblich. (Ihr ging es anscheinend genau wie mir.) Und kaum haben wir unser Zimmer einmal betreten, kann ich nicht leugnen, dass ich mich noch nie zuvor so sehr über eine Klimaanlage gefreut habe. Für mich heißt es jetzt Umziehen und dann nichts wie los zum Schwimmbecken.
(Ich hab endlich rausgefunden Bilder einzusetzen.)
Dann geht es für einige von uns zum gebuchten Kochkurs, doch dieser stellt sich heraus, ist eine 30min Vorstellung, die wir anschließend aufessen dürfen. Naja... wenigstens lecker. Dann gibt es Abendessen am Pool, welches – um den Abend noch zu krönen – von einer Live Band begleitet wird. Nach den ersten zwei Musikstücken steht ein Bauchtänzer auf (zuerst denken wir es ist eine Frau, aber wir irren uns) und legt ordentlich los. Ich kann mich kaum noch auf dem Stuhl halten und freue mich schon auf ein Tänzchen. Als ich gegessen habe, gehe ich in einer Musikpause schnell los, um mir ein WLAN Passwort zu kaufen. Doch der Weg zur Rezeption bewegt sich – nein, ich bin nicht betrunken. Um mich herum hüpfen lauter kleine Frösche.
Wieder am Pool steht der Tänzer – Wahnsinn, einem Mann hätte ich nicht so einen Hüftschwung zugetraut – in einem Kreis der Mitreisenden. Ich geselle mich dazu und werde prompt zum Tanz aufgefordert. Ich bin in meinem Element und bekomme Beifall und Lob. Was für ein toller Abend!
Aug 20, 2016
Tag 5: Die spinnen, die Maharadschas
Heute fahren wir sieben Stunden Richtung Bikaner. Als wir so durch die Dörfer fahren, können wir uns nicht vorstellen, hier ein schönes Hotelzimmer zu bekommen. Die Straßen sind etwas löchrig, und so wackelt der Bus andauernd. Mittlerweile haben wir uns an das Holterdiepolter des Busses gewöhnt und erkennen schon am Bremsen des Busfahrers, ob es ein kleines oder ein großes Schlagloch wird, das uns erwartet. Doch mit Schlafen ist hier nichts. Die schlimmsten Stellen, um mit einem Bus drüber zu fahren, sind die Bahnübergänge! Selbst mit jeglicher Vorsicht und Bedacht des Einzelnen hat man doch jedes Mal ein kurzes Schreckgefühl, wenn man mit dem Bus kurz in der Luft ist.
Dann, als wir gerade durch ein relativ elendes Städtchen fahren und ich inständig hoffe, dass wir hier nicht halten, kommt die Durchsage, dass wir da sind. Alle gucken sich um, und da kommt ein riesen Palast in Sicht. Jetzt sind wir enttäuscht, dass wir hier nur für eine Nacht sein werden.
Das Zimmer ist riesig, gerade wenn man bedenkt, dass wir nur für eine Nacht bleiben. Wir ziehen uns um und gehen wieder herunter in den Eingangsbereich, denn jetzt gehen wir eine Festung besichtigen. An der Festung angekommen werden die ersten Fotos geschossen, noch bevor wir halten. Die Mauer, die die Festung umrandet, ist wunderschön verziert und zwar mit den typisch indischen Tieren.
Wir steigen aus und sammeln uns im Schatten – jetzt, wo wir uns der Wüste Rahjastans nähern, wird es immer wärmer. Unser Reiseführer erzählt uns etwas zu der Geschichte des Gebäudes und warum in der Mitte der Eingangstore Nägel angebracht sind. Diese dienten dem Schutz vorm gewalttätigen Aufbruch mithilfe eines Elefanten. Denn dieser würde mit dem Kopf voran versuchen die Türen aufzustoßen. Wir waren fasziniert, an was alles beim Bau so gedacht wurde.
In der Eingangshalle der zum Museum umgebauten Festung müssen wir warten, bis die Eintrittskarten bezahlt sind. Dabei werden wir angestarrt, die weiße Hautfarbe macht uns zur eindeutigen Attraktion und gerade die Frauen, die bei dem Sonnenschein und den hohen Temperaturen eher eine kurze Hose tragen, werden sehr beäugt, und erneut werden wir alle nach Fotos gefragt. Ein Mädchen hat langsam keine Lust mehr und setzt sich erschöpft hin, in der Hoffnung so alle abzuwimmeln. (Es hilft wenn man sich in Gruppen stellt und den Kreis schließt.) Auf einmal wird ein Mann von zwei anderen zu ihr geführt, was sie dermaßen schockiert, dass sie aufspringt und zu uns kommt – verständlich.
Mit den Karten in den Händen geht unsere Tour los, aber schon nach dem zweiten Abbiegen weiß ich nicht mehr, wo wir herkommen. Denn wir gehen immer durch einen Innenhof, der an jeder Seite Zimmer hat und dann zum nächsten Hof leitet. Ein Zimmer ist das sogenannte „Regenzimmer“, denn der Maharadscha wollte – gerade hier nah der Wüste – immer dann Regen haben, wenn er es wollte. Das Zimmer ist blau angestrichen, ab Kopfhöhe kommen graue Wolken und Blitze dazu. Früher soll es hier auch einen Miniwasserfall gegeben haben, damit der Maharadscha das Gefühl haben konnte, es würde wirklich regnen. „Die spinnen, die Maharadschas.“
In den vorletzten Räumen der Festung sind die alten Waffen aufgehoben, und ich staune nicht schlecht, als ich sehe, dass die Gewehre teilweise länger als ich sind. Das Kettenhemd fasziniert mich am meisten, denn es wiegt unglaubliche 25kg. Neben ihm liegt wohl der älteste Rückenkratzer der Geschichte und unterscheidet sich kaum vom heutigen Modell – mit einer kleinen Hand. Nach unserer Führung gehen wir zum Bus, der nun umgeparkt hat, damit er in der richtigen Richtung steht – mit so einem Reisebus ist das gar nicht so leicht. Der Weg dorthin führt uns über den Gehweg, und ich staune nicht schlecht, als eine umgestürzte Laterne hier herum liegt. Als ich gerade einsteige, machen mich die anderen Mitreisenden darauf aufmerksam, dass ich von drei jungen Männern verfolgt wurde. Ich denke mir nichts dabei, und als wir nach 15min im Bus immer noch nicht losfahren und meine Sitznachbarn hinausgucken, stehen die Männer noch immer da und machen Fotos von mir – oder dem Bus, aber alle haben das verneint, als ich gefragt habe. „Die spinnen, die Inder.“
Zurück im Hotel sind wir alle durchgeschwitzt, schnell ziehe ich mich um und suche das Schwimmbecken. Eine Abkühlung tut gut. Als wir alle beim Abendessen sitzen und uns über die bisherige Zeit unterhalten und fest davon überzeugt sind, dass nichts mehr passiert, außer dass wir duschen und danach ins Bett fallen, geschieht es. Ein Stromausfall. Blöd nur, dass der Speisesaal keine Fenster hat. Es ist stockduster und ich hab Angst, mein Glas umzuschmeißen. Doch wir leben in einer Welt in der fast jeder ein Mobiltelefon mit Lampe besitzt. Mein Tischnachbar ist so galant und hat sogar eine App, mit der eine Kerze dargestellt wird, die unserem Tisch das notwendige Licht spendet. Was uns allerdings am ehesten beunruhigt ist die Tatsache, dass die Klimaanlagen ausgegangen sind und es langsam aber sicher wieder zu warm wird.
Dann, als wir gerade durch ein relativ elendes Städtchen fahren und ich inständig hoffe, dass wir hier nicht halten, kommt die Durchsage, dass wir da sind. Alle gucken sich um, und da kommt ein riesen Palast in Sicht. Jetzt sind wir enttäuscht, dass wir hier nur für eine Nacht sein werden.
Das Zimmer ist riesig, gerade wenn man bedenkt, dass wir nur für eine Nacht bleiben. Wir ziehen uns um und gehen wieder herunter in den Eingangsbereich, denn jetzt gehen wir eine Festung besichtigen. An der Festung angekommen werden die ersten Fotos geschossen, noch bevor wir halten. Die Mauer, die die Festung umrandet, ist wunderschön verziert und zwar mit den typisch indischen Tieren.
Wir steigen aus und sammeln uns im Schatten – jetzt, wo wir uns der Wüste Rahjastans nähern, wird es immer wärmer. Unser Reiseführer erzählt uns etwas zu der Geschichte des Gebäudes und warum in der Mitte der Eingangstore Nägel angebracht sind. Diese dienten dem Schutz vorm gewalttätigen Aufbruch mithilfe eines Elefanten. Denn dieser würde mit dem Kopf voran versuchen die Türen aufzustoßen. Wir waren fasziniert, an was alles beim Bau so gedacht wurde.
In der Eingangshalle der zum Museum umgebauten Festung müssen wir warten, bis die Eintrittskarten bezahlt sind. Dabei werden wir angestarrt, die weiße Hautfarbe macht uns zur eindeutigen Attraktion und gerade die Frauen, die bei dem Sonnenschein und den hohen Temperaturen eher eine kurze Hose tragen, werden sehr beäugt, und erneut werden wir alle nach Fotos gefragt. Ein Mädchen hat langsam keine Lust mehr und setzt sich erschöpft hin, in der Hoffnung so alle abzuwimmeln. (Es hilft wenn man sich in Gruppen stellt und den Kreis schließt.) Auf einmal wird ein Mann von zwei anderen zu ihr geführt, was sie dermaßen schockiert, dass sie aufspringt und zu uns kommt – verständlich.
Mit den Karten in den Händen geht unsere Tour los, aber schon nach dem zweiten Abbiegen weiß ich nicht mehr, wo wir herkommen. Denn wir gehen immer durch einen Innenhof, der an jeder Seite Zimmer hat und dann zum nächsten Hof leitet. Ein Zimmer ist das sogenannte „Regenzimmer“, denn der Maharadscha wollte – gerade hier nah der Wüste – immer dann Regen haben, wenn er es wollte. Das Zimmer ist blau angestrichen, ab Kopfhöhe kommen graue Wolken und Blitze dazu. Früher soll es hier auch einen Miniwasserfall gegeben haben, damit der Maharadscha das Gefühl haben konnte, es würde wirklich regnen. „Die spinnen, die Maharadschas.“
In den vorletzten Räumen der Festung sind die alten Waffen aufgehoben, und ich staune nicht schlecht, als ich sehe, dass die Gewehre teilweise länger als ich sind. Das Kettenhemd fasziniert mich am meisten, denn es wiegt unglaubliche 25kg. Neben ihm liegt wohl der älteste Rückenkratzer der Geschichte und unterscheidet sich kaum vom heutigen Modell – mit einer kleinen Hand. Nach unserer Führung gehen wir zum Bus, der nun umgeparkt hat, damit er in der richtigen Richtung steht – mit so einem Reisebus ist das gar nicht so leicht. Der Weg dorthin führt uns über den Gehweg, und ich staune nicht schlecht, als eine umgestürzte Laterne hier herum liegt. Als ich gerade einsteige, machen mich die anderen Mitreisenden darauf aufmerksam, dass ich von drei jungen Männern verfolgt wurde. Ich denke mir nichts dabei, und als wir nach 15min im Bus immer noch nicht losfahren und meine Sitznachbarn hinausgucken, stehen die Männer noch immer da und machen Fotos von mir – oder dem Bus, aber alle haben das verneint, als ich gefragt habe. „Die spinnen, die Inder.“
Zurück im Hotel sind wir alle durchgeschwitzt, schnell ziehe ich mich um und suche das Schwimmbecken. Eine Abkühlung tut gut. Als wir alle beim Abendessen sitzen und uns über die bisherige Zeit unterhalten und fest davon überzeugt sind, dass nichts mehr passiert, außer dass wir duschen und danach ins Bett fallen, geschieht es. Ein Stromausfall. Blöd nur, dass der Speisesaal keine Fenster hat. Es ist stockduster und ich hab Angst, mein Glas umzuschmeißen. Doch wir leben in einer Welt in der fast jeder ein Mobiltelefon mit Lampe besitzt. Mein Tischnachbar ist so galant und hat sogar eine App, mit der eine Kerze dargestellt wird, die unserem Tisch das notwendige Licht spendet. Was uns allerdings am ehesten beunruhigt ist die Tatsache, dass die Klimaanlagen ausgegangen sind und es langsam aber sicher wieder zu warm wird.
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